Happy Birthday, Ductrail!

Ja, es ist tatsächlich soweit, der komische Blog wird 10 Jahre alt!


Was als Dokumentation unserer Quad-Aktivitäten begann ist zu einem Nachschlagewerk unseres Camping-Wahnsinns geworden. 
Es ist für uns immer wieder schön zu lesen welche Wege, Irrungen und Ideen uns über die Jahre im Prinzip permanent am Basteln gehalten haben. 

Ob wir das missen wollen? Nein, auf keinen Fall!
Gibt es eine Entscheidung die ihr bereut?
Oh, ja!
Aber man muss relativieren, alles hat seine Zeit!
Die Quads z.B. waren einfach Spaßmaschinen und diesen Zweck erfüllten sie excellent.
Für das, was wir dann aber wollten, waren sie nicht so gut geeignet wie Motorräder. Jetzt würde ich die Quads sofort wieder nehmen..

Die Zeit schafft Ideen und Bedürfnisse und jede aus diesen resultierende Aktivität wiederum schafft neue, die man vorher gar nicht hatte…

Aber eine Sache, da muss ich wirklich sagen, die war falsch!
Wir hätten den aktuellen Ducci nicht kaufen sollen, bzw nicht in dieser Form. 
Auch etwas, was man erst im Nachhinein merkt – das Auto ist zu lang um alltagstauglich zu sein. Und damit haben wir das bekommen, was wir eigentlich nie wollten: Ein Extrafahrzeug für den Urlaub. 
Hätten wir einfach den kleinen Ducci gegen eine gleich lange Version mit etwas mehr Komfort und eventuell einem hohen Dach ausgetauscht, wären wir besser bedient heute. 
Die Tauglichkeit für den Alltag, die Möglichkeit einen Wohnwagen anzuhängen, gleichzeitig aber auch ohne alles für ein Wochenende loszuziehen, es war in der Nachbetrachtung das perfekte Fahrzeug!

Aber wie sagt man so schön: „Hätte, hätte, Fahrradkette...“

Seit dem Beginn unserer Campingurlaube hat sich die Situation beim Camping massiv verändert und das Jahr 2020 mit seinen speziellen Herausforderungen trägt gerade nicht zu einer Entspannung bei, ganz im Gegenteil. 
Camping boomt und das was für uns Camping war und ist wird immer schwerer zu finden. 
Einfach einen Platz mit etwas Ruhe und Draussen, wo man einfach den Tag genießen kann?
Das wird zunehmend schwierig, zum einen weil alles randvoll ist und zum anderen weil diese Art des Campings keiner mehr sucht. Party, Party, Party! Lärm von früh morgens bis spät Abends! 
Das brauche und will ich nicht!
Gleichzeitig merke vor allem ich das ich immer weniger Lust habe auf das, was jemand auf Facebook als „Rudelkacken“ so treffend zusammengefasst hat. 
Das Verhalten der Menschen, insbesondere in Bezug auf ihr Verhalten im Sanitärbereich wird immer und immer schlimmer. 

Wir hoffen inständig, das dies vor allem an der speziellen Corona Situation liegt und sich hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres legen wird. 
Was wir auf Ductrail sonst in Zukunft berichten werden wissen wir tatsächlich noch nicht. 

Aber im Prinzip ist das ja auch egal. Hauptsache man ist unterwegs. Und ich glaube nicht das wir dem Camping abschwören werden. 
Nischen suchen und deren Existenz nicht breittreten. Eventuell auch eine gute Möglichkeit. 
Auf jeden Fall werden Kreuzfahrten, sollte die Coronabedrohung irgendwie gelöst werden können, einen gewissen Raum einnehmen. Denn die zwei die wir gemacht haben, machten Appetit auf mehr. Insbesondere die Letzte, wo wir schon wussten was passiert und was man wann wo tun muss. 

Mal sehen. 

Auf jeden Fall wünsche ich mir vor allem, das wir Corona gut überstehen und das es bald eine Lösung für den Mist gibt!

 

Gute Reise!

 

Sonntag: Kiel als Ziel….

….hatten wir heute.
Nach Laboe wollte ich, das Uboot anschauen und alles was man als Touri dort sonst noch gesehen haben sollte. 
Anne fiel rechtzeitig ein, dass gerade Kieler Woche ist.
Nach Laboe zu kommen konnte also spannend werden und da das Uboot wegen Corona nicht im üblichen Rahmen besichtigt werden konnte, beschlossen wir erst gar nicht hinzufahren. 
Kieler Woche fand ich als alter Segler eigentlich auch viel spannender. 
Die Kieler Bucht ist nun wirklich nichts, was man nicht auch von einem nicht ganz so zentralen Ort wie Kiel oder Laboe überblicken kann. 
Strande bot sich für uns an und verkürzte zugleich auch den zu fahrenden Weg enorm. 
Geplant, getan. 
Zunächst fuhren wir nach Schlicksee, weil wir dort zum einen näher dran gewesen wären und weil wir dachten, dass dies der bessere, d.h. nicht so viel besuchte Ort sei. 
Was soll ich sagen? Irren ist menschlich….in Schlicksee waren offenbar recht viel Athleten untergebracht was zum einen eine sehr volle Stadt und zum anderen ubiquitäre Sperrungen der verfügbaren Parkplätze zur Folge hatte. 
Relativ frustriert fuhren wir weiter nach Strande und fanden direkt am Ortseingang, ganz nach an der Promenade einen Parkplatz mit freien Plätzen und .50€ pro Stunde.
Geparkt, Kamerarucksack geschultert und das Stativ vergessen. Leider nicht im Auto, sondern im Ducci….
Das fleixible Handystativ musste also aushelfen, was es auch nach Kräften tat. Aber bei den Videos im 1200 mm Bereich ist sogar der Herzschlag ein störender Impuls. 
Alles in allem bin ich daher mit dem Resultat sehr zufrieden. 

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Sich länger dort aufzuhalten wäre aufgrund der Aussicht sehr verlockend gewesen. Aber wegen der Menschenmassen haben wir dann doch davon abgesehen. 
Sehr Schade, aber nicht zu ändern.

Aber bis auf einige Regenschauer ein doch recht schöner, wenn auch nicht all zu warmer Tag!

 

 

Samstag

Heute hatten wir nichts geplant. Das angesagte Wetter war ernsthaft für nix zu gebrauchen.

So wachten wir dann auch bei Regen auf und machten uns erst einmal gemütlich einen Kaffee.
Nicht ganz zu Unrecht wird Camping auch als „gezielte und gewollte Verwahrlosung“ bezeichnet, die man dann „Urlaub“ nennt. Bei schlechtem Wetter ist da auf jeden Fall etwas dran.

Bei der zweiten Tasse Kaffee fiel uns dann ein, das es Samstag ist. Mit anderen Worten: Wir hatten dann doch noch eine Aufgabe, nämlich Vorräte für das Wochenende zu besorgen.
In Süderbrarup befinden sich Aldi Nord, Edeka, Rewe und ein Lidl fast auf einem Fleck. Es sollte demnach keine besondere Herausforderung sein alles zu besorgen, vor allem, weil wir unseren Mii dabei haben.
Also anplünnen und los.

Als wir mit unserer Beute wieder am Auto waren zeigte sich tatsächlich die Sonne. Dabei hatte der Wind aufgefrischt und nicht nur einmal beäugten wir kritisch unseren Shelter, der sich in alle Richtungen verformte. Und das meine ich tatsächlich so wie ich es schreibe. Gestern verformte sich der Shelter bei einer Böe derart, dass im Inneren der Tisch, der an der rechten Seite stand, umfiel. Natürlich mit allem, was wir darauf lagerten.

Uns den Tisch zu decken und draußen zu Frühstücken war uns trotz des Sonnenscheins ein wenig zu heikel, vom starken Wind, der in Böen bis 8 Windstärken hatte, mal ganz abgesehen. Wir schmierten unsere Brötchen im Auto und futterten Diese dann genüsslich in der Sonne.
Vom Morgenkaffee waren sogar auch noch zwei Tassen in der Thermoskanne, die zu unserer Überraschung sogar noch trinkbar waren.
Mittlerweile war der Himmel wolkenlos. Somit das genaue Gegenteil der Wettervorhersage.
Diese erfreulich Wendung ermunterte mich die geplante Zeitrafferaufnahmen mit dem Osmo-Pocket zu machen, wofür ich neben dem Stativ auch recht viel Zeit benötigte.

Also baute ich das Staiv auf, fand sogar den Stativadapter für den Osmo, baute alles zusammen und brachte alles in Position direkt am Schilf. Osmo per Handy ausgerichtet, Verfahrwege des Gimbals festgelegt und den Aufnahmeknopf gedrückt.

Genau in diesem Moment traf mich der erste Tropfen. Und zwar ein richtig fetter!
Leicht genervt packte ich das Stativ und lief zum Wohnmobil zurück. Ich hatte das Stativ nicht ganz im Fahrzeug, da schüttete es wie aus Eimern.
Erst als wir das Heki komplett schlossen, regnete es nicht mehr herein und wir entspannten uns.
Ich öffnete das Seitenfenster ein Stück und machte diese Handyaufnahme.

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Keine 5 Minuten später verstummte das Trommeln des Regens schlagartig, als hätte jemand einen Wasserhahn oder eine Dusche einfach abgeschaltet.
Weitere zwei Minuten später war der Regen nur noch eine Erinnerung. Die Sonne brannte vom Himmel und der Wind fegte die Nässe in Rekordtempo hinweg.

Ich packte also das Stativ und brachte es erneut in Position. Die Aufnahme war gestartet und die nächste Stunde verbrachte ich lesend in meinem Campingstuhl.
Die Aufnahme ist in der Tat recht schön geworden. Die Belichtung ist nicht optimal, aber das waren die Verhältnisse auch nicht. Sonne und Wolken wechselten sich durch den starken Wind derart schell ab, dass im Video die Belichtung etwas „Flackert“

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Zwischenzeitlich überlegte ich, wie ich wohl eine entsprechende Aufnahme der Lindaunisbrücke machen könnte.
Die Öffnung oder Schließung der Brücke in Echtzeit zu filmen würde im Film später langweilig sein, zu langsam geht der Prozess von statten. Als Zeitraffer dagegen stellte ich mir das schon deutlich spannender vor.
Als die erste Aufnahme beendet war musste ich den Osmo zunächst wieder aufladen, was aber kein Problem darstellte. Die Brücke öffnet sich tagsüber jede Stunde für 15 Minuten, ab 9.45 bis Abends 20.00. Über Nacht bleibt die Brücke geschlossen und somit für den Verkehr befahrbar.
Der Blick auf die Uhr beendete den Ladevorgang. 12.36 Uhr zeigte die Uhr und somit höchste Zeit die Ausrüstung an Ort und Stelle zu bringen.
Nur knappe 2 Meter vom Standort der ersten Aufnahme fand ich eine Position bei der ich kein Stück vom Campingplatz mehr auf der Aufnahme hatte. Nur Schlei und Lindaunisbrücke.
Die Aufnahme gestartet und pünktlich um 11.45 öffnete die Brücke für die teils schon in Warteposition kreisenden Segelboote. Ein tolles Schauspiel.

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Richtig zufrieden bin ich nicht. Das Schilf im Bildvordergrund zieht durch den extremen Wind und der daraus resultierenden BEwegung zuviel Aufmerksamkeit auf sich und das eigentliche Motiv, die Brücke, rückt in den Hintergrund. Hmm. Mal sehen was ich da machen kann.

Kurz nach der erfolgreichen Aufnahme tröpfelte es erneut und wir zogen uns wiederum rechtzeitig in unseren Ducci zurück.
Der Wind legte ebenfalls noch eine Schippe drauf, so dass es wieder hieß: „Schotten dicht!“

Wir waren ja schon bei der Verwahrlosung….

Die Gelegenheit eines solchen Usselwetters mussten wir nutzen und hauten uns in die Kojen. Ein wenig lesen, rausschauen und bei dem Gedanken an das mistige Wetter einschlafen.
Aufwachen, ein wenig quatschen, lesen, umdrehen, weiterpennen.
So lässt sich ein Tag, bzw. eine Phase mit üblem Wetter doch ganz nett überstehen!

Als wir dann zu dem Schluss kamen, das Aufstehen nun ernsthaft eine Option war, kam die Sonne auch wieder hinter den dichten Wolken hervor.
Zwar mischte sich hier und da noch ein Tropfen oder auch mehrere in die Aussicht, so dass draußen sitzen leider keine wirkliche Alternative war, aber bei geöffneter Schiebetür lies es sich schon sehr angenehm verweilen.
Ich nutzte die Zeit um diese Zeilen zu schreiben und Anne asselte einfach vor sich hin.

ASSELN, das  [/Ásseln/]: Den Tag entspannt mit allerlei unnützem, aber schönem Zeugs verbringen.