from scratch

wie der Brite so zu sagen pflegt, wenn er meint „von Grund auf neu“. „From scratch“ also, hab ich mir gestern schnell eine neue Halterung für den Soundblaster gebastelt, die man an die Wand schrauben kann. 

Wie immer beginnt die Konstruktion in Fusion360. 

Das erstellte 3D Modell kann sofort im Slicer, also in der Software, die das Konstrukt für den 3D Druck in Scheiben schneidet, geöffnet und weiterverarbeitet werden. 
3,5 h später war das Teil dann fertig. 
Eben noch die Stützstruktur entfernt und nun ist das Teil bereit zur Montage. 

Alea iacta est!

Nein, es geht weder nach Italien noch ins Kolosseum, aber eine wichtige Entscheidung ist nun getroffen. 
Ducci geht in Rente!

Viele Kilometer hat er uns und die Mopeds durch die Gegend gefahren aber nun ist Schluss!
Und in diesem Satz steht eigentlich auch schon die Begründung, warum wir dazu entschlossen unseren Ducci abzugeben. 
Ohne die Mopeds hat das große Auto seinen Sinn verloren. Ohne die Mopeds sind wir kaum mobil und da ist ein Wohnmobilurlaub dann besonders für uns, die nicht gerne jeden Tag woanders stehen wollen, nicht mehr das richtige Fahrzeug. 

Und wir haben nun eine Situation, die wir nie wollten: Ein extra Fahrzeug fürs Campen!

Als ich mit Ducci noch zur Arbeit fahren konnte, war das alles kein Problem. Das Auto war weitgehend leer und lies sich gut fahren, der Firmenparkplatz gab einen Platz für Ducci her und zu Hause ging es auch ohne größere Probleme. 
All dies hat ich im Laufe der Zeit grundlegend geändert. 
Wenn nicht gerade Corona ist, platzt auch der Firmenparkplatz aus allen Nähten und nach Feierabend zu einem zugeparkten Ducci zu kommen war eher die Regel als die Ausnahme. Die Menschen kapieren halt einfach nicht, dass ein 6 Meter Buss mit über 2 m Breite und langem Radstand nicht aus den selben Parklücken herauskommt wie ein Smart. 
Aber zu Hause war es ja nicht anders. Mittlerweile hat man schon mit einem Smart Probleme hier nach Feierabend noch einen Parkplatz zu bekommen.

Mit Ducci parkte ich immer weiter von der Wohnung weg, bis ich auf einen Spaziergang um kurz nach 5 keine Lust mehr hatte und wir den zweiten PKW kauften. Ab diesem Zeitpunkt stand Ducci erst in bei meiner Mutter in der Siedlung und dann in seiner Halle. 
Hohe Kosten und mangelnde Mobilität im Urlaub nervten uns schnell, vor allem bei schlechtem Wetter.  Als Lösung nahmen wir den kleinen Mii mit. Aber mit zwei Autos zu fahren ist dann auf Dauer nicht wirklich eine Lösung. 

In Zeeland sahen wir ihn zum ersten Mal und waren Beide sofort sehr angetan. Den KIP Shelter. Allerdings legte sich unser Interesse schnell bei einem Blick in die Preisliste. 
„Für den Preis bekomme ich doch auch einen Sterckeman oder Ähnliches. Da ist viel mehr Komfort etc. vorhanden für das Geld!“ Und so verschwand der KIP wieder aus unserem Blick. 

Lange machten wir uns Gedanken wie wir dann wohl demnächst Urlaub machen wollen. Nur noch Kreuzfahrten und Ferienwohnungen? Chalets auf Campingplätzen wie im Herbst in der Normandie? Chalet kaufen? Kein Camping? 
NEIN! Camping sollte ein wichtiger, wenn nicht der Hautpfeiler der Urlaubskathedrale bleiben! Klar, mal ne Kreuzfahrt – sofern man die irgendwann mal wieder machen kann – und sicher auch, vor allem im späten Jahr ab und zu mal eher eine Ferienwohnung. 
Ebenfalls gefällt uns das Konzept des Saisonplatzes, d.h. eine Dauerplatzes auf einem Campingplatz nicht für ein ganzes Jahr, sondern nur für eine Saison. Diese ewige betteln für einen Stellplatz für ein (langes) Wochenende hängt uns zum Hals raus. 

Wohnmobil wollen wir nicht mehr wegen Mobilität vor Ort. 
Zelturlaub? Erstens hat das kaum Vorteile, denn man braucht ein sehr großes Auto für den ganzen Krempel und zweitens Zelturlaub? Dafür sind wir mittlerweile zu alt. (und zu bequem 😉 )

Einen großen Wohnwagen wollten wir aber auch nicht mehr. Die Fahrerei mit so einem Geschoss im Rücken ist eine Qual. Ich bin damit mal 1400km nach Kroatien gefahren. Das mache ich sicher nicht mehr. 220-235 cm Breite, um die 270 cm Höhne und ab 6 eher 7 Meter Länge? Das dürfen gerne andere durch die Gegend ziehen, ich sicher nicht!
Dazu benötige ich keinen Platz im Wohnwagen außer zu Schlafen und für das kleine Geschäft in der Nacht. Wer will schon bei Dauerregen oder 5°C nachts 500 Meter zu Klo rennen? 

Wenn man sich dann mal so notiert was man möchte und was nicht, sieht man die Welt schnell anders. Plötzlich war der kleine Wohnwagen wieder da. 

Anforderung: 
1. großes Bett (170×200).
2. Platz für ein PortaPotti.
3. Strom.
4. Möglichkeit für ein Vorzelt.
5. Klein, leicht und wenig. 
6. Nicht schwer, aber hohe Zuladung.

All diese Anforderungen erfüllt der kleine KIP.  Und auch wenn es größere und besser ausgestattete Wohnwagen von anderen Herstellen für ähnliches Geld zu bestellen ist, bieten Diese nicht was wir wollen, der Kip schon. 
Hat man das erstmal begriffen, ist der Rest eigentlich nur noch Routine….

Das Videogespräch mit KIP war pünktlich, technisch einwandfrei und die Holländer bewegten sich recht routiniert im „NEULAND“. Der Verkäufer zeigte uns alle Details die wir nachfragten und nach 45 Minuten waren wir um einiges schlauer. 
Der KIP soll es werden. 
Aber wie können wir uns den ansehen? Nach Holland düsen ist grad nicht. Danke Corona! Blind kaufen? Naja, so richtig wohl ist einem dabei ja nicht. Ok, wir überlegen…

Es gibt noch mehr kleine Wohnwagen, ja und zwar teilweise auch richtig geniale. Aber wenn die Preise für einen Wohnwagen an die Anschaffung einer Finca auf Malle reichen, dann finde ich das übertrieben. z.B. Lume Traveler.
Oder die Teile sind so klein, dass selbst wenn ich mich auf Idealgewicht runterhungern würde, ich in die Teile nicht reinkäme. Bessere Fahrradanhänger. 
Nein, soweit sollte die Komfortabschwur dann doch nicht gehen. 

Unterm Strich blieb nur der Kip Shelter übrig. Entweder wir versuchen es nun mit dem, oder wir hängen die Camperei an den Nagel. Also kaufen! Auch „ungesehen“! 

„Ernsthaft?“

Ja, ernsthaft! 
Wenn jemand einen Neubau einer Wohnung oder Haus kauft, ist meist die Basis der Entscheidung eine nette Computergrafik (früher Zeichnung) und ein Grundriss. Auf DIESER Basis werden Häuser und Wohnungen verkauft und DANN gebaut. Und da sind ja nun bekanntlich etwas andere Summen im Spiel, wie bei uns. 
Aber DAS ist ja normal….
Was haben wir denn für ein Problem den Wohnwagen nicht persönlich Probe gesessen zu haben? 
Klar ist: Können wir auf den Polstern nicht schlafen, was man nebenbei nicht mit einmal Probesitzen testen kann, bauen wir unsere Matratzen ein. 
Ansonsten ist es reine Physik. 200 cm Stehhöhe bei einem Personenmaximum von 186 cm ist definitiv ausreichend. Außer ich wollte Spitzentanz machen – eher unwahrscheinlich!
Eine Liegefläche von 170×200 cm ist genau 10 cm schmaler als das Bett zu Hause. Das sollte ohne Ehekrieg möglich sein. Und zuletzt der freie Platz bei geschlossener Tür: 120×90 cm. Ziemlich genau der Platz, der im Ducato auch noch frei ist…
Warum sollte es also nicht funktionieren?

Wir kauften den Wohnwagen „ungesehen“. Und da es nicht EINEN gebrauchten Kip Shelter auf dem Markt gibt, werden wir den auch wieder los, wenn es denn aus irgend einem Grund nicht passen sollte.
Aber dann ist auch Camping: Adé!

So, und das ist der Neue:

 

Allerdings ist das nur ein Beispielbild von der KIP Seite. 

Unserer ist weiß, hat vorne kein Fenster, dafür einen E-Bike-Radträger auf der Deichsel mit bis zu 60 Kg. 
Und wir haben seitlich noch ein Staufach. Und keine Reling. 
Dafür Antischlingerkupplung und Diebstahlsicherung.

Mit ein wenig Glück oder Umbau auf Felgen ohne Gummi sollte der Kleine sogar im Winter in der Garage Platz nehmen können!
Ansonsten kann er auf jeden Fall auch tageweise einfach mit dem Rücken zum Tor vor dar Garage stehen und trotzdem kann man bei rausfahren noch alles sehen. 
Auch passt er auf einen normalen Parkplatz. Das sind Vorteile, die ich mittlerweile sehr zu schätzen weiß!

Sobald der Kleine abgeholt wird, wird es Neues geben!

 

 

Er druckt und druckt und druckt…

Das schönste Wetter nützt nichts, wenn man nicht raus kann. Nein, nicht wegen Corona – wir sind schließlich in einem deutschen Lockdown und nicht in einem italienischen oder australischem, wir dürfen raus wann immer wir wollen – nein, der Heuschnupfen zwingt mich bei 25°C und strahlendem Sonnenschein in die Bude. Was da pollentechnisch so abgeht, ist zu viel für meine Bronchien und nicht ordentlich Luft zu bekommen ist halt einfach Mist. 

Aber wenn man schon den ganzen Tag in der Bude hängt, kann man auch kreativ bzw. produktiv sein. Die Liste der zu druckenden Teile wird immer länger und ein Ende ist nicht in Sicht. 
Zunächst erstmal ein paar Funktionsteile wie z.B. die USB-Kabelhalter. 

Für die neuen Acrylfarben für den Modellbau bin ich dann noch über ein nettes Bauskastensystem bei Thingiverse gestolpert und das musste ich dann auch sofort umsetzen. Leider benötigen Drucke Zeit. Ein Doppelmodul schlägt mit ca. 4h zu Buche. 

Große Figuren zu drucken ist in mehrfacher Hinsicht problematisch. Zum einen dauern die Drucke sehr, sehr lange, teilweise mehrere Tage und zum anderen wird auf dem Ender3 der Druckvorgang mit zunehmender Höhe instabiler. Wie oft habe ich schon Bilder im Netz gesehen, die nach zwei Tagen, kurz vor Schluss in die Hose gegangen sind. Sehr ärgerlich sowas.

Der zweite Drucker sollte auch noch dauerhaft beschäftigt werden und wenn sich die Gelegenheit schon bietet, wollte ich dann auch mal eine größere Figur drucken. Allerdings in Teilen, die maximal einen Tag benötigen. Los gings mit dem Oberteil.
Einen nicht unerheblichen Anteil an der Druckzeit hat die Erstellung der Stützstruktur, was man sich gut vorstellen kann, wenn man sich Modell und Druck so ansieht. 

Oberteil der Bashee-Königin

Die Haare sind nichts geworden. Das ist aber auch kein Wunder, denn die benötigte Stützstruktur fehlt. Diese hätte aber auf dem Modell aufgebaut, was ich aber in den Einstellungen verboten hatte. Da gibt es also noch Optimierungsbedarf. 
Der Druck hat aber auch schon 16h gedauert. Die Tests mit den Stützstruktureinstellungen werde ich dann wohl lieber an einem kleineren Teil machen. 
Aktuell läuft der Teil mit den Füßen, den ich allerdings nochmal in zwei Teile aufgeteilt habe, da der Druck gute 28h dauern sollte. So sind es zwei kleinere Häppchen geworden, was mir besser passt und bei Fehlern nicht so ins Kontor haut. 
Wenn es fertig ist soll mal das dabei rauskommen:

Dann schauen wir mal…