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AIDAprima – Tag5 : Helsinki

Mit Helsinki ging es mir so wie mit Tallin.
Im Grund waren meine Informationen auf „Hauptstadt Finnlands“ und die Existenz der „Leningrad Cowboys“ beschränkt und das, was ich bei dem Vortag über die Stadt gesehen hatte, animierte mich nicht nachhaltig dies zu Ändern.
Nach dem Ausflug Gestern war mir zudem eher nach einem Tag Pause, denn nach weiteren touristischen Aktivitäten.
Nichts desto Trotz gingen wir von Bord und beschlossen einen HopOn-HopOff Bus für unsere Rundfahrt zu nehmen.
Sollte sich Bedarf ergeben, kann man schließlich den Bus verlassen, sich etwas anschauen und dann mit dem Nächsten weiterfahren. Haben wir in Dresden schon sehr gute Erfahrungen mit gemacht.
Zunächst zwar etwas bescheidene Plätze, wenn auch im oberen Teil des Doppeldeckerbusses, nach ein paar Stationen dann aber der erwünschte Platz ganz vorn an der Scheibe.
Mittels Osmo filmte ich die Rundfahrt, allerdings als Zeitraffer. Erstens sind solche Filmaufnahmen sonst grottenlangweilig und zweitens mach der Osmo tatsächlich Einzelbilder, so das man tolle Motive als Bild ohne Bewegungsunschärfe hat. Naja, zumindest wenn der Osmo das Richtige scharf stellt, was er zwischenzeitlich nicht gut hinbekommen hat. Aber egal. Ist eben wie es ist.

Einen so interessanten Punkt, das wir den einmal ergatterten Platz aufgeben wollten fanden wir denn auch nicht, so das die Rundfahrt nach knapp 2h wieder dort endete wo sie begann. An der PRIMA.
Schnell zurück an Bord – dank EU auch kein Problem und den restlichen Tag, diesmal erheblich mehr davon, sehr gemütlich ausklingen lassen.

Natürlich wieder mit Vortrag, diesmal über das letzte Ziel unserer Reise: Stockholm.
Erwähnte ich schon, dass ich die Vorträge toll fand?

AIDAprima – Tag4: St. Petersburg

Die Fahrt nach St. Petersburg erledigte die PRIMA über Nacht, war ja auch nicht so weit.
Da waren wir also, in Russland, in St. Petersburg.
Vom Anleger allerdings keine Spur von Prunk oder großartiger Architektur, eher der Ausblick auf eine moderne Großstadt und einige Baustellen im Bereich des, erst vor nicht all zu langer Zeit fertiggestellten, Anleger.
Im Hintergrund immer das Lakhta-Center oder umgangssprachlich auch Gazprom-Tower genannt. Imposant und mit 462 Metern wohl nun das höchste Gebäude Europas wirkt es an seiner Position noch größer, da im Umfeld keine nennenswert hohen Gebäude vorhanden sind.


Da wir uns nun zum ersten Mal auf unserer Reise außerhalb der EU bewegen sind die Einreiseformalitäten etwas umfangreicher als gewohnt.
Zudem existiert in Russland Visumspflicht und das ist gar nicht so leicht zu bekommen.
Lohnt auch in diesem Fall des eintägigen Besuchs nicht, denn russische Ausflugs-Agenturen können Sammelvisa bekommen. Das macht vieles sehr viel leichter, setzt aber voraus, das man einen entsprechenden Ausflug bucht.
Im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis haben wir einige Meinungen über die lohnenswertesten Ziele in St. Petersburg bekommen. Auf dieser Basis haben wir das Ausflugsangebot durchforstet und uns für einen, mit 9,5h längsten, Ausflug entschieden, der neben einer Stadtrundfahrt, den Besuch der Kasaner Kathedrale am Newski-Prospekt und den Peterhof Komplex beinhaltet.

Nach einer sehr gründlichen Kontrolle bei der Einreise ging es dann per Bus durch die Stadt. Unsere Reiseleiterin machte einen wirklich guten Job; mehrfach musste ich nicht nur schmunzeln.
(Aktualisierte Version!)

Es gab einige Fotostopps und eine „technische Pause“ mit der ein Besuch in einem Souvenirladen mit angeschlossener Toilette und Bar gemeint war. Die Toilette war im Übrigen Pikobello sauber. Hatte ich nicht erwartet. Übrigens auch in Tallin nicht. Aber dort war die Sanitärhygiene ebenfalls einwandfrei.
Vom Kauf einer nachgemachten Offiziersmütze habe ich nach Androhung von erheblichen Sanktionen (Scheidung) abgesehen, aber zumindest eine Tafel russische Schoki ging dann doch noch mit. Schmeckt übrigens wie ganz normale Schokolade.

An der Kasaner Kathedrale machten wir einen etwas längeren Stopp der uns ermöglichte die Kathedrale von innen zu betrachten. Trotz Fotografieverbot stand natürlich der erste Neckermann dreist mitten im Eingangsbereich und machte erstmal ausgiebig Bilder. Gruselig.

Da die Kirche nicht leer war, sondern zahlreiche Gläubige dort ihrer Religion nach gingen, schauten wir uns nur kurz das Innere vom Eingangsbereich her an und verließen dann wieder das Gebäude.

Ist eine Kirche leer schauen wir uns auch sehr gerne gründlich um, machen auch gerne Bilder wenn erlaubt (fragen hilft da übrigens sehr!), zumal Kirchen meist sehr imposante Gebäude sind. Aber wenn dort Gottesdienste abgehalten werden oder man Menschen stört, dann vermeiden wir sowohl einen ausführlichen Besuch als auch generell das Fotografieren.

Ich nutzte die Zeit um ein paar Aufnahmen vom Newski-Prospekt zu machen, den ich mir irgendwann auf jeden Fall einmal näher anschauen möchte. Ebenso die Eremitage, an der wir natürlich auch nur vorbeigefahren sind.
Weitere Stopps an der Newa mit Blick auf die Eremitage und an der Aurora, dem Kriegsschiff, das nach offizieller Darstellung mit dem Schuss auf das Winterpalais dessen Sturm und somit die Oktoberrevolution  einleitete.


Man kann dazu alles lesen, Platzpatronenschuss, gar kein Schuss etc. Wir hörten bei der Rundfahrt, das auch der Sturm des Winterpalais, wie in Sergej Eisensteins Film „OKTOBER“ dargestellten Art nicht stattgefunden habe.
Was letztendlich nun genau passiert ist….ich habe keine Ahnung. Aber auch egal, ein Denkmal, Museum und schönes Fotomotiv ist die „Aurora“ auf jeden Fall.

Die Stadtrundfahrt neigte sich nun dem Ende zu und wir machten uns auf den Weg nach Peterhof.
Ja nach Peterhof zum Peterhof. Denn Peterhof ist eine Stadt, ca. 30 Kilometer von St. Petersburg am finnischen Meerbusen gelegen.

der rote Punkt ist das Restaurant „Samson“ wo es Mittagessen gab 😉



Dort kehrten wir zum Mittagessen in ein Restaurant ein, das praktischer Weise der Parkanlage des Peterhof Palastes gegenüberliegt.
Dort war der Sanitärbereich auch absolut sauber! Bei einer 9,5 stündigen Tour ist sowas nicht unwichtig, ehrlich!
Zu Fuß ging es dann durch den vorderen Teil des Parks, der top gepflegt daherkam. Leider nicht mehr blühend, aber in der ersten Septemberwoche kann man da auch nicht mehr so viel erwarten.

Dieser Teil ging mir erheblich zu schnell. Kaum Zeit, diese großartige Anlage auf einen wirken zu lassen.
Die Reiseleitung wollte auf jeden Fall vor den Chinesen da sein – so sagte sie.
Und das war auch gut so. Sonst hätte das mit dem Besuch im Palast wohl nicht mehr gepasst. Drei riesige Gruppen mit geschätzt 100 Personen waren im Anmarsch und wir schafften es knapp vor Ihnen in die Schlange.


Zeitlich sowieso alles sehr eng, gibt es auch im Palast jede Menge Ordnerinnen, die resolut dafür sorgen, das man zügig durch die Räume geht.

Das Innere des Palastes ist geprägt von Prunk und Pracht. Unglaublich, das bei all dem Reichtum die Betten so klein sind. Aber irgendwas ist halt immer.

 

Wir schoben uns also durch den Palast und irgendwie war das alles viel zu schnell vorbei.
Der Kopf zum Platzen voll mit Eindrücken. Eigentlich war er das schon vor Peterhof, aber nun war es mit der Aufnahmefähigkeit gänzlich vorbei. Mir reichte es. Wegen mir hätte der Ausflug nun vorbei sein können. Dabei stand der Rundgang durch den hinteren Teil der Parkanlage mit dem Springbrunnen noch an.

Pünktlich zum Start unseres Rundgangs setzte leichter Nieselregen ein, der sich zwischenzeitlich immer wieder mal meldete, uns aber im Großen und Ganzen weitestgehend verschonte.

Dieser Teil des Parks war deutlich belebter als der Teil vor dem Palast und in meinen Augen auch nicht so schön. Aber egal.


Der Rundgang zog sich ganz schön und fand seinen Höhepunkt beim Schloss Monplaisir am anderen Ende der Anlage direkt an der Ostsee.

Von da aus ging es dann zurück durch den restlichen Park Richtung Bus.
Vorher nochmal auf die öffentliche Toilette am Busparkplatz, die mit 1€ gut bezahlt, recht alt, aber sauber war.
Im Bus zu sitzen war dann schon herrlich, denn mit dem Nieselregen hatte es auch deutlich abgekühlt und die morgens gewählte Bekleidung war dafür nicht gedacht.
Geistig auf Standby und mit platten Füßen im Bus sitzend gings wieder zurück zum Schiff, wo wir als letzte aller Ausflugsgruppen ankamen. Der Rückstau an der Einreisekontrolle war allerdings gewaltig, so das eine ca. 50 Meter lange Schlange auf uns wartete.
Allerdings waren alle Kontrollposten besetzt, so das wir trotz gründlicher Kontrolle nach weniger als 30 min wieder zurück an Bord waren. Wir nutzten die Zeit für Gespräche auch mit Mitreisenden getreu dem russischen Sprichwort „An allem Schlechten immer auch etwas Gutes“ (Muss gesprochen werden mit russische Akzent, ТАК!)

Mit einem interessanten Vortrag über Helsinki, dem Kampf ums Abendessen und einem Bier an der Bar ging der Tag dann auch sehr schnell zu Ende.

AIDAprima – Tag3: Tallin

Nach dem ersten Seetag und 626 zurückgelegten Seemeilen ist das erste Ziel unserer Reise erreicht: Tallinn.
Was ich bis zu diesem Zeitpunkt über Tallinn wusste, lies sich schriftlich wohl auf einem Bierdeckel unterbringen. Hauptstadt von Estland und die Zugehörigkeit zur Hanse. Punkt.

Etwas erweitert hat die an Bord befindliche Lektorin Marion Kappler (sie studierte Slawistik und Sinologie und ist neben der Tätigkeit als Reiseleiterin als Journalistin tätig) dieses Wissen, die zu den einzelnen Zielen Vorträge hielt und Ihre Vortragsreihe sinnvoller Weise mit Tallinn begann.
Für uns waren diese Vorträge das Highlight an Bord und der über Tallinn das absolute Highlight am gestrigen Seetag.
Leider kann man so schnell gar nicht alles behalten wie es einem präsentiert wird. Hätte es noch eine Lektüre dazu gegeben, von mir aus auch gegen einen Obulus, wäre es perfekt gewesen.
Insbesondere die Sache mit den Gilden fand ich spannend.

Irgendwelche Ausflüge hatten wir nicht gebucht. Irgendwie sah ich da keine Veranlassung zu.
So gingen wir dann auch im Prinzip völlig unvorbereitet und ahnungslos von Bord und nahmen eher aus Faulheit denn Notwendigkeit den Shuttlebus der AIDA, der uns nach kurzer Fahrt nahe des alten Zentrums absetzte.
Dank Google Maps und vollen 4G konnten wir uns recht gut orientieren und machten uns auf die Altstadt zu entdecken.
Am Rande Teile der Stadtmauer, die irgendwie was von der Garnison der Nachtwache bei Game of Thrones hatte.

Dann überall kleine Durchgänge oder gar, versteckt im Hinterhof ein Kloster.

Ich find sowas einfach toll.

Wir erreichten den Marktplatz und irgendwie hatten wir den Eindruck in Wismar zu sein, nur die Wasserkunst fehlte.

Tja, Hansestädte eben.
Und bei genauerem stöbern in Wikipedia und Co haben die beiden Städte sogar noch mehr gemeinsam: Fast zur gleichen Zeit gegründet, Wismar geschätzt 1226, Tallinn geschätzt 1230. Ist ja immer nicht so ganz klar ab wann man Stadt dazu sagen kann.
Klar ist aber, das Tallinn 1248 und Wismar 1266 Stadtrechte bekamen und zwar nach lübischem Recht.
Und in beiden Städten spielte sowohl der Deutsche Orden, die Hanse, als auch Schweden eine ansehnliche Rolle.
Zurück zum Stadtrundgang….


So ließen wir uns weiter durch die Stadt treiben und machten in einem kleine Cafe halt was neben einem sehr guten Kaffee auch unglaublich gut aussehenden Kuchen anbot.
Wer AIDA fährt, weiss guten Kaffee zu schätzen, an Bord gibt es sowas ja so gut wie nicht. Den Kuchen probierten wir nicht, was ich im Nachhinein als Fehler betrachte, wenn ich mir die Bilder der sehr glücklichen Kuchenesser an den Nachbartischen ins Gedächtnis rufe. Aber gefuttert haben, wir glaube ich, sowieso genug auf der Reise.


Viel zu schnell vergeht die Zeit und irgendwann nahmen wir den Shuttlebus zurück zum Schiff.


Im Vergleich zu einer geführten Tour haben wir vergleichsweise wenig von Tallinn gesehen. Dafür aber sehr entspannt.
Überhaupt sollte man sich darüber im Klaren sein, das eine solche Reise eher als Aperitif zu verstehen ist. Ein Tag pro Station ist sehr wenig, zu wenig um die Orte wirklich zu sehen.
Mit sehr gründlicher Vorbereitung kann man da noch etwas herausholen, oder man bucht tatsächlich für den ganzen Tag Ausflüge. Das ist allerdings je nach Ausflug nicht ganz billig, aber vor allem recht anstrengend.

Von Je-str – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54593766


Entspannt, gemütlich und auf eigene Faust ist Tallinn ( und, ohne zuviel zu verraten: auch die anderen Ziele! ) nicht in einem Tag zu machen. Im Falle von Tallinn würde ich 2-3 Tage ansetzen. Aber eine Reise ins Baltikum hatten wir ja eh schon immer mal auf dem Zettel.

Einen Teil  des restlichen Tages verbrachten wir mit gespannten Lauschen beim Vortag der Lektorin über das morgige Ziel St.Petersburg, der natürlich viel zu schnell vorbei war und ein paar Getränken an der ruhigsten Ecke, die noch zum Barbereich gehörte. Aber, wie fast jeden Abend, hatten wir kaum Sitzfleisch und gingen recht früh zurück in die Kabine.

 

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