Sonntag: Kiel als Ziel….

….hatten wir heute.
Nach Laboe wollte ich, das Uboot anschauen und alles was man als Touri dort sonst noch gesehen haben sollte. 
Anne fiel rechtzeitig ein, dass gerade Kieler Woche ist.
Nach Laboe zu kommen konnte also spannend werden und da das Uboot wegen Corona nicht im üblichen Rahmen besichtigt werden konnte, beschlossen wir erst gar nicht hinzufahren. 
Kieler Woche fand ich als alter Segler eigentlich auch viel spannender. 
Die Kieler Bucht ist nun wirklich nichts, was man nicht auch von einem nicht ganz so zentralen Ort wie Kiel oder Laboe überblicken kann. 
Strande bot sich für uns an und verkürzte zugleich auch den zu fahrenden Weg enorm. 
Geplant, getan. 
Zunächst fuhren wir nach Schlicksee, weil wir dort zum einen näher dran gewesen wären und weil wir dachten, dass dies der bessere, d.h. nicht so viel besuchte Ort sei. 
Was soll ich sagen? Irren ist menschlich….in Schlicksee waren offenbar recht viel Athleten untergebracht was zum einen eine sehr volle Stadt und zum anderen ubiquitäre Sperrungen der verfügbaren Parkplätze zur Folge hatte. 
Relativ frustriert fuhren wir weiter nach Strande und fanden direkt am Ortseingang, ganz nach an der Promenade einen Parkplatz mit freien Plätzen und .50€ pro Stunde.
Geparkt, Kamerarucksack geschultert und das Stativ vergessen. Leider nicht im Auto, sondern im Ducci….
Das fleixible Handystativ musste also aushelfen, was es auch nach Kräften tat. Aber bei den Videos im 1200 mm Bereich ist sogar der Herzschlag ein störender Impuls. 
Alles in allem bin ich daher mit dem Resultat sehr zufrieden. 

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Sich länger dort aufzuhalten wäre aufgrund der Aussicht sehr verlockend gewesen. Aber wegen der Menschenmassen haben wir dann doch davon abgesehen. 
Sehr Schade, aber nicht zu ändern.

Aber bis auf einige Regenschauer ein doch recht schöner, wenn auch nicht all zu warmer Tag!

 

 

Samstag

Heute hatten wir nichts geplant. Das angesagte Wetter war ernsthaft für nix zu gebrauchen.

So wachten wir dann auch bei Regen auf und machten uns erst einmal gemütlich einen Kaffee.
Nicht ganz zu Unrecht wird Camping auch als „gezielte und gewollte Verwahrlosung“ bezeichnet, die man dann „Urlaub“ nennt. Bei schlechtem Wetter ist da auf jeden Fall etwas dran.

Bei der zweiten Tasse Kaffee fiel uns dann ein, das es Samstag ist. Mit anderen Worten: Wir hatten dann doch noch eine Aufgabe, nämlich Vorräte für das Wochenende zu besorgen.
In Süderbrarup befinden sich Aldi Nord, Edeka, Rewe und ein Lidl fast auf einem Fleck. Es sollte demnach keine besondere Herausforderung sein alles zu besorgen, vor allem, weil wir unseren Mii dabei haben.
Also anplünnen und los.

Als wir mit unserer Beute wieder am Auto waren zeigte sich tatsächlich die Sonne. Dabei hatte der Wind aufgefrischt und nicht nur einmal beäugten wir kritisch unseren Shelter, der sich in alle Richtungen verformte. Und das meine ich tatsächlich so wie ich es schreibe. Gestern verformte sich der Shelter bei einer Böe derart, dass im Inneren der Tisch, der an der rechten Seite stand, umfiel. Natürlich mit allem, was wir darauf lagerten.

Uns den Tisch zu decken und draußen zu Frühstücken war uns trotz des Sonnenscheins ein wenig zu heikel, vom starken Wind, der in Böen bis 8 Windstärken hatte, mal ganz abgesehen. Wir schmierten unsere Brötchen im Auto und futterten Diese dann genüsslich in der Sonne.
Vom Morgenkaffee waren sogar auch noch zwei Tassen in der Thermoskanne, die zu unserer Überraschung sogar noch trinkbar waren.
Mittlerweile war der Himmel wolkenlos. Somit das genaue Gegenteil der Wettervorhersage.
Diese erfreulich Wendung ermunterte mich die geplante Zeitrafferaufnahmen mit dem Osmo-Pocket zu machen, wofür ich neben dem Stativ auch recht viel Zeit benötigte.

Also baute ich das Staiv auf, fand sogar den Stativadapter für den Osmo, baute alles zusammen und brachte alles in Position direkt am Schilf. Osmo per Handy ausgerichtet, Verfahrwege des Gimbals festgelegt und den Aufnahmeknopf gedrückt.

Genau in diesem Moment traf mich der erste Tropfen. Und zwar ein richtig fetter!
Leicht genervt packte ich das Stativ und lief zum Wohnmobil zurück. Ich hatte das Stativ nicht ganz im Fahrzeug, da schüttete es wie aus Eimern.
Erst als wir das Heki komplett schlossen, regnete es nicht mehr herein und wir entspannten uns.
Ich öffnete das Seitenfenster ein Stück und machte diese Handyaufnahme.

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Keine 5 Minuten später verstummte das Trommeln des Regens schlagartig, als hätte jemand einen Wasserhahn oder eine Dusche einfach abgeschaltet.
Weitere zwei Minuten später war der Regen nur noch eine Erinnerung. Die Sonne brannte vom Himmel und der Wind fegte die Nässe in Rekordtempo hinweg.

Ich packte also das Stativ und brachte es erneut in Position. Die Aufnahme war gestartet und die nächste Stunde verbrachte ich lesend in meinem Campingstuhl.
Die Aufnahme ist in der Tat recht schön geworden. Die Belichtung ist nicht optimal, aber das waren die Verhältnisse auch nicht. Sonne und Wolken wechselten sich durch den starken Wind derart schell ab, dass im Video die Belichtung etwas „Flackert“

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Zwischenzeitlich überlegte ich, wie ich wohl eine entsprechende Aufnahme der Lindaunisbrücke machen könnte.
Die Öffnung oder Schließung der Brücke in Echtzeit zu filmen würde im Film später langweilig sein, zu langsam geht der Prozess von statten. Als Zeitraffer dagegen stellte ich mir das schon deutlich spannender vor.
Als die erste Aufnahme beendet war musste ich den Osmo zunächst wieder aufladen, was aber kein Problem darstellte. Die Brücke öffnet sich tagsüber jede Stunde für 15 Minuten, ab 9.45 bis Abends 20.00. Über Nacht bleibt die Brücke geschlossen und somit für den Verkehr befahrbar.
Der Blick auf die Uhr beendete den Ladevorgang. 12.36 Uhr zeigte die Uhr und somit höchste Zeit die Ausrüstung an Ort und Stelle zu bringen.
Nur knappe 2 Meter vom Standort der ersten Aufnahme fand ich eine Position bei der ich kein Stück vom Campingplatz mehr auf der Aufnahme hatte. Nur Schlei und Lindaunisbrücke.
Die Aufnahme gestartet und pünktlich um 11.45 öffnete die Brücke für die teils schon in Warteposition kreisenden Segelboote. Ein tolles Schauspiel.

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Richtig zufrieden bin ich nicht. Das Schilf im Bildvordergrund zieht durch den extremen Wind und der daraus resultierenden BEwegung zuviel Aufmerksamkeit auf sich und das eigentliche Motiv, die Brücke, rückt in den Hintergrund. Hmm. Mal sehen was ich da machen kann.

Kurz nach der erfolgreichen Aufnahme tröpfelte es erneut und wir zogen uns wiederum rechtzeitig in unseren Ducci zurück.
Der Wind legte ebenfalls noch eine Schippe drauf, so dass es wieder hieß: „Schotten dicht!“

Wir waren ja schon bei der Verwahrlosung….

Die Gelegenheit eines solchen Usselwetters mussten wir nutzen und hauten uns in die Kojen. Ein wenig lesen, rausschauen und bei dem Gedanken an das mistige Wetter einschlafen.
Aufwachen, ein wenig quatschen, lesen, umdrehen, weiterpennen.
So lässt sich ein Tag, bzw. eine Phase mit üblem Wetter doch ganz nett überstehen!

Als wir dann zu dem Schluss kamen, das Aufstehen nun ernsthaft eine Option war, kam die Sonne auch wieder hinter den dichten Wolken hervor.
Zwar mischte sich hier und da noch ein Tropfen oder auch mehrere in die Aussicht, so dass draußen sitzen leider keine wirkliche Alternative war, aber bei geöffneter Schiebetür lies es sich schon sehr angenehm verweilen.
Ich nutzte die Zeit um diese Zeilen zu schreiben und Anne asselte einfach vor sich hin.

ASSELN, das  [/Ásseln/]: Den Tag entspannt mit allerlei unnützem, aber schönem Zeugs verbringen.

 

 

 

Glücksburg

Heute stand Glücksburg auf dem Programm.

Auf der Karte sah sowohl das Schloss als auch das etwas weiter Richtung Küste liegende NSG ganz attraktiv aus.

Wir fuhren quer über die Karte, die ein doch recht enges Netz an Straßen zeigt. Also, was man dann so Straßen nennt. Wir haben im Kölner Umland viele Rad- und Feldwege, die es locker mit diesen „Straßen“ aufnehmen können, in Sachen Breite und Belag…

Das Schloss Glücksburg ist ganz nett anzuschauen. Viel mehr aber auch nicht.

Bei unserem Besuch waren zwischen 3 und 5 Hochzeitsgesellschaften bzw. Brautpaare mit Fotograf im Vorhof und Schlosspark unterwegs.
In das Schloss, was im Übrigen Eintritt kostet, wollten wir dann auch wirklich nicht mehr. Überall gestriegelte Menschen, posieren vor der Kamera etc. Nö, das war uns nix. Wir zogen schnell weiter.

Wir fuhren zum NSG Halbinsel Holnis.

Leider stimmen Karte und Realität nicht überein. Die Anwohner haben den Weg blockiert, damit Touristen dort nicht herlaufen.
Man soll einen anderen, viel weiteren Weg laufen, damit die DREI Anwohner in ihren Villen nicht gestört werden.


Mir war das zu blöd!
Nur wegen ein paar Idioten den ganzen Weg zurück, den Umweg laufen nur um dann am gleichen Punkt herauszukommen, der 2 Meter weiter lag? Nein. Da verzichtete ich gerne auf den Besuch der Landzunge. Vor allem, weil ich die bessere Position für schöne Bilder der Vogelkolonie hatte.


Etwas angefressen latschten wir den Weg zurück zum Auto und fuhren wieder zum Platz.

Der Abend versöhnte uns mit einem tollen Ausblick für den nicht ganz so erfolgreichen Tag!