
Merħba f ‚ Malta – Eine Woche in Buggibah/Qwara
Obwohl mir urlaubsmäßig eigentlich mehr nach üppiger Flora und Fauna ist, waren wir nach 16 Jahren Abstinenz für eine Woche wieder auf Malta, einer Insel, die uns damals derart begeistert hat, dass wir zwischen dem ersten Besuch 1999 und 2009 insgesamt 5mal dort waren.
Für seine üppigen Wälder und Massen von Tieren ist die Inselgruppe ja nun wirklich nicht bekannt, aber eines hat Malta dann doch zu bieten: Geschichte! Und zwar volle Dröhnung!
Und die wollte ich mir tatsächlich nochmal geben, denn speziell die Ordensritter haben es mir angetan. Und damals gaben wir die deutlich spärlicher vorhandene Mark bzw. Euro lieber für Bier und Burger oder eine Jeeptour aus als für den Eintritt in ein Museum.
Nach 2,75 Stunden setzte uns der Malta-Air Flieger am Samstagabend auf dem Luqa Airport ab. Schon nach erfreulich kurzer Zeit kreiste die komplette Kofferladung des Airbus auf dem Gepäckband und wir sammelten unser Gepäck, diesmal nur 10 kg, ein und hofften nun den Transport zum Hotel zu finden. Trotz der mittlerweile 22 Uhr wartete ein Fahrer im Auftrag von Alltours und brachte uns zum Hotel.
Gebucht hatten wir eine Woche im Seaview Hotel, das seinem Namen alle Ehre macht und unmittelbar am Wasser liegt, nur getrennt von einer Straße.
Alles in Allem ein ganz ordentliches Hotel, das man buchen kann.
Wer an meiner Bewertung interessiert ist: https://www.holidaycheck.de/hrd/seaview-hotel-malta-adults-only-freundliches-personal-jedoch-schwaechen-bei-sauberkeit-und-service/6333f2d6-5b31-4b66-84f7-dbdb9fe7edf5


Allgemein haben wir die Erfahrung gemacht, dass der Standard auf Malta etwas schwächer ist als z.B. auf Madeira oder in Tunesien. Trotzdem völlig in Ordnung.
Das Hotel empfing uns freundlich und man hatte uns aufgrund der späten Stunde und des damit verpassten Abendessens einen Snack aufs Zimmer gestellt. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Lustigerweise waren wir bei unserem ersten Besuch 1999 im gleichen Ort untergebracht wie bei dieser Reise, nämlich in Qawra (sprich Aura) bzw. Buggibah an der San Pawls Bay. Auch wenn Buggibah und Qawra eigentlich zwei Orte sind, sprach man schon 1999 vom Buggibah/Qawra Komplex, also ist das für mich jetzt auch eins.
Um mal zu schauen wie sich die Gegend entwickelt hat, machten wir nach einer guten Nacht und einem ausgiebigen Frühstück einen Spaziergang durch den Buggibah/Qarwa Komplex, auch in der Hoffnung Dinge wiederzuerkennen.
Als erstes fiel uns auf, dass extrem viel und mit Hochdruck gebaut wurde und man hatte den Eindruck, dass sich alles intensiv auf die kommende Saison vorbereitet. Einiges wurde tatsächlich auch schon während unseres Urlaubs fertig.
Grundsätzlich hat sich das Gesicht der San Pawls Bay nicht wirklich verändert. Das Kabelgewirr an den Häusern hat deutlich abgenommen und einige Palmen sind mittlerweile ein ganzes Stück gewachsen.





Die Häuserzeilen sehen teils etwas heruntergekommen aus, was aber auch sehr an dem verwendeten Kalkstein liegt, der sehr schnell unansehnlich wirkt. Das war damals so und ist heute immer noch so.
Beim Betrachten der Gebäude fällt das Fehlen von Schmierereien extrem positiv auf. Nicht ein Grafitto haben wir auf der Reise gesehen.
Ob das an den allgegenwärtigen Kameras liegt, die jeden, aber auch wirklich jeden Winkel der Insel überwachen? Keine Ahnung, aber auf Malta wird Überwachung wirklich großgeschrieben. In Hotels sowieso, allein 8 Kameras nur in der Lobby unseres Hotels, aber auch im öffentlichen Bereich an jeder Ecke, selbst am Felsenstand finden sich Kameras.
Für datenschutzbesessene Wildpinkler ist Malta wohl ein totaler Alptraum.
Allerdings muss man auch nicht wildpinkeln, denn es gibt überall öffentliche Toiletten, die absolut brauchbar sind. Tatsächlich habe ich in den letzten Jahren kaum saubere Toiletten im öffentlichen Bereich gesehen wie in der Woche auf Malta. Aber das nur am Rande.
Noch immer sind Hotels und Wohnhäuser bunt gemischt. Selbst die Touristenhochburgen wie Sliema und Buggibah/Qawra sind weiterhin dicht mit Einheimischen besiedelt. Für uns entsteht dadurch ein besonderes Flair. In den Bars und Restaurants sitzen Einheimische und Touristen teils Tisch an Tisch. Der Nachteil dieser Parallelexistenz ist aber die Lautstärke, die in jeder dicht bewohnten Stadt herrscht. Es wird auf der einen Seite der normalen Arbeit nachgegangen und auf der anderen gefeiert und relaxt. Das bedeutet Beschallung von morgens um fünf bis abends um eins.
Nachdem dies unser 6 Besuch auf Malta war, hatten wir Ohrstöpsel dabei und zumindest ich habe auch zweimal einen genutzt. Für mich aber kein Mangel.
Neu – zumindest für uns – ist das 2003 eröffnete Aquarium, das direkt an der Küste im hinteren Teil von Qawra erbaut wurde. Dafür gibt’s aber einen eigenen Beitrag. Der Vorplatz wird wohl ganz gerne als Treffpunkt aller Art genutzt, Sonntags wohl vor allem von den Classic Car Fans. Ein entsprechendes Museum (https://www.classiccarsmalta.com) befindet sich ebenfalls in Qawra keinen Kilometer entfernt.




















Wir schauten uns die versammelten Autos mal genauer an – einige sehr schöne Exemplare dabei, von denen ich den einen oder anderen schon mitgenommen hätte – und setzten unsere Runde um Buggibah/Qawra fort.
Tatsächlich erkannten wir das eine oder andere wieder, aber weder unser altes Lieblingspub noch der MC Donalds am Wasser gab es noch.
Mit einem Eis gemütlich auf einer Bank auf der Promenade beendeten wir den Spaziergang.
Schön wars!
