Tag: 1. Juli 2019

Der 5 Sterne Campingpark „Kamerun“

Der Platz liegt direkt an der Binnenmürtiz und ist nur ca. 10-15 Radminuten von Waren entfernt.
Ein eigener Bootsverleih und eine Wassersportschule am sind Platz vorhanden.

Schrieb ich was von Sanssouci-Camping groß?
Ich meine, der Platz ist schon riesig, aber „Kamerun“ hier in Waren toppt das locker. Zumindest kommt mir das so vor.
Zunächst fällt einem auf das im vorderen Bereich alles aussieht wie ein Rasenparkplatz, mit trockenem Rasen. Kaum ein Baum oder Strauch, von Schatten mal ganz abgesehen.
Richtig schön ist sowas nicht. Aber ok, so einen Sommer haben wir ja auch nicht jedes Jahr, da ist man unter Umständen ganz glücklich, wenn kein Baum die Parzelle in Schatten taucht.

Der Wohnmobilhafen sieht seltsamerweise genau so aus wie die Parzellen im vorderen Bereich nur liegt der Wohnmobilhafen fast direkt am Wasser und somit ungleich schöner!
Im hinteren Bereich des Campingplatzes gibt es einen lockeren Birkenwald und jede Menge weitere Plätze die sich von ihrer Qualität sehr deutlich unterscheiden. Wenige, richtig nette Parzellen mit Wiese und etwas Strauchbewuchs unter den Birken und dann Parzellen wie wir sie bekommen haben.
Drei fette Birken im Dreieck im Zentrum der Parzelle, die damit für die meisten Fahrzeuge oder Gespanne vollkommen unbrauchbar ist. Selbst wir konnten nur quer zum Weg am Anfang der Parzelle stehen. Mehr war nicht möglich.
Unkraut und ein wenig Müll in einer Ecke runden das nicht so schöne Bild dann ab. Das ist definitiv schon einmal keine 5 Sterne.

Es gibt 3 Waschhäuser auf dem Platz. Zwei im vorderen Bereich, die recht in Ordnung sind und durchaus ein 4-5 Sterne Rating erlauben würden und dann das bei uns hinten im Wald.
Zunächst ist es für die Anzahl der Parzellen sehr klein ( 5 Toiletten und 5 Duschen ) und die Toiletten gegen noch für 3 Sterne durch, aber was den Urlaubern als Dusche zugemutet wird ist echt das allerletzte.
Ok, die erste Frage stellt sich, welcher Trottel duschen baut, völlig ohne Fenster und nicht nach oben offen! Dann auch noch so eng, das man sich kaum darin drehen kann. Nix für Klaustrophobiker!

Das Hauptproblem ist die permanente Feuchtigkeit, die zu Schimmel führt, den man dann auch in voller Pracht bewundern kann.

Unter den Bedingungen rostet dann auch der billige Edelstahl, bzw. das billig verchromte Seifengestell.

 

Sowas ekeliges habe ich lange nicht mehr gesehen.
Da die Sanitärhäuser im vorderen Teil besser sind gibt es 3 Sterne.

Will man Geschirr abwaschen gilt es sich die Wanderschuhe anzuziehen.
Die einzige Möglichkeit hierzu bietet ein eigenes „Abwaschhaus“ in der Mitte des Platzes gelegen, per GPS getrackt 349 Meter von unserer Parzelle entfernt  – und die ist noch nicht mal am Ende des Platzes.
Das Abwaschen kostet natürlich Geld. Karte auflegen und dann wird alles „fair“ abgerechnet, wie im Netz so positiv beschrieben wird.
Ok, auf anderen Plätzen wird das natürlich nicht „fair“ abgerechnet, einfach weil es dort nichts kostet!
Wenn man denn die Wanderschuhe einmal anhat ist es gut auch an den Müll zu denken und diesen gleich zum Spülen mitzunehmen. Denn die einzige Müllentsorgung die wir gefunden haben ist auf dem Parkplatz VOR dem Campingplatz, also geschätzte 750 Meter von unserer Parzelle.
1,5 Km Wanderung zur Müllentsorgung und zurück auf einem 5 Sterneplatz? Euer Ernst?
Der Laden bei der Rezeption ist, wie alles dort, im afrikanischen Stil gehalten. Leider hat der Laden nicht wirklich etwas und das Wenige das er feilgibt kostet! Nicht zu gebrauchen!

Die Pommes, die es an der Imbissbude, ungefähr in der Mitte des Platzes, gibt sind dagegen 5 Sterne!

Die beiden Ladies hinter der Theke haben Haare auf den Zähnen, aber wohl das Herz an der richtigen Stelle. Da wird dann mal um 14 Uhr mit einem „Stößchen“ auf das Erreichte angestoßen um dann wieder die hungrige Horde zu befriedigen!

Fazit:

Auch wenn die Lage an der Binnenmüritz vor den Toren der Stadt in der Tat sehr gut ist würde ich diesen Platz niemandem empfehlen. Ich schrieb mal bei einer Reiseplanung „Kamerun oder Ecktannen“ – Die Frage hat sich dann auf jeden Fall erledigt. Falls wir noch einmal in die Gegend fahren, dann wird Ecktannen der Platz sein.
Die 5 Sterne-Bewertungen kann ich in keiner Weise nachvollziehen!

Lage:
Austattung:
Sanitär:
Verwaltung, etc.:

Fazit:

Tag10-12: Waren/ Müritz

Nach ca. 2h erreichten wir Waren/Müritz und stoppten erstmal bei einem Aldi um vor allem die Wasservorräte wieder aufzufüllen. Der restliche Einkauf lässt sich ganz gut mit dem Rad erledigen, aber gerade die großen Wasser-Sixpacks holt man doch besser entspannt mit dem Auto.
Im Anschluss fuhren wir dann zum Campingplatz „Kamerun“.

Richtig toll ist die uns zugewiesene Parzelle nicht, stehen doch 3 Birken im Dreieck mitten drauf.

Parzelle mit Birken drauf – sieht schön aus, ist aber blöd!

Der Rest der Parzelle ist Unkraut und Dreck. Mit ein wenig Müll in der hinteren Ecke.
Aber was solls, sind ja nur 3 Übernachtungen.
Wir machten einige Radtouren zum Ort und drumherum und ich hätte nicht gedacht das es hier um die Binnenmüritz derart maritim zugeht.

Ein Hafen neben dem nächsten und Boote und Jachten fast aller Größe und Art.

Hafen in Waren

Sowas mag ich sehr! 🙂 
Der Ort selbst ist irgendwie wohl mehr auf Rentner zugeschnitten. Außer spazieren gehen darf man so ziemlich nix. Auch nicht radeln, was uns „freundliche“ Mitarbeiter der Stadt unmissverständlich mitteilten.
Nicht wirklich etwas für uns. Gut zu wissen.
Das Leben auf dem Wasser läuft dagegen deutlich flotter. Eine Parallelwelt, aber die beiden Gruppen haben, bis auf die Dampferrundfahrt, ja auch keinerlei Schnittpunkte.

Für uns ist das hier an Land eher nix, aber das Angebot hier den Bootsschein Binnen zu machen ist sehr gut und würde uns eventuell noch einmal dazu bewegen hier ein weiteres mal hinzufahren.
Allerdings nicht auf den derzeitigen Campingplatz, aber dazu gibt es ja noch einen Text.

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