Monat: September 2016 (Seite 1 von 4)

Sonntag Ruhetag?

Ist man länger an einem Ort merkt man mit der Zeit was einen so stört.
Auf unserem Platz sind es vor allem zwei Dinge, der Staub und die hohe Fluktuation.

Es vergeht praktisch kein Tag an dem nicht min ¼ der Camper abreist und dafür neue Camper anreisen.
Mit allem was dazu gehört.
Einparken in 32 Zügen, Häringe in den steinharten Boden kloppen und so weiter.

Da kann man ja auch schlecht sagen: „Nö, heute wir kein Zelt aufgebaut, ich will meine Ruhe!“

Interessant ist dabei das man hier auf dem Platz mit Sicherheit ein lustiges Motorradtreffen veranstalten könnte. Mittlerweile steht auf jeder 3 Parzelle min. 1 Motorrad. Würde man alle Mopedfahrer am Abend in die Snackbar bitten, das Teil würde platzen vor Menschen!

Eine Möglichkeit zur Einflussnahme auf Ruhe und Gemütlichkeit hat man allerdings bei singenden Hölländern!
Leicht gegenüber verweilte dieser bis heute Morgen und pflegte min. 2 mal täglich seine Gitarre herauszuholen und diese typischen Jugendcampsongs zum Besten zu geben, Songs die ich schon früher in allen Zelt-, Ferien- Lagern und Camps gehasst habe.
Besonders schlimm sind diese Leute wenn ihnen jegliche Selbstkritik fehlt und sie tatsächlich denken sie könnten singen und dieses auf vollem Halse platzübergreifend tun.
Oft standen schon die Parzellennachbarn und schimpften leise vor sich hin, aber das bekam unser Trubardix in seine Trance nicht mit.
Er hatte es übertrieben, wirklich. Ich kann mich ja eine Stunde mit sowas abfinden, wenns sein muss auch zwei mal am Tag, aber Vorgestern hat er es echt übertrieben.
Der Typ hörte einfach nicht mehr auf. Also musste ich eingreifen. Er sprach Englisch und ich fragte ihn ob er nicht aufhören könne weil er erstens stört und er zweitens nicht singen kann. „It sounds terrible“ sagte ich und fragte ihn dann warum er nicht runter zum See geht wenn er schon singen will. Er machte große Augen, hörte schlagartig auf und meinte „It´s enough, yes!“ was ich mit Freude vernahm.

Das war auch das letzte mal das er seine Gitarre angepackt hat bis zur Abreise.

Die Abwesenheit von Wasser in Tropfenform aus Wolken hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile. Die hier auf dem Platz vegetierenden Trachycarpus fortunei machen auf Grund der Trockenheit einen erbärmlichen Eindruck und sehen aus wie selbige bei uns nach einem heftigen Winter, kaum ein grünes Blatt. Darüber hinaus besteht der Boden des Platzes aus einem Lehm-Kies Gemisch das allerdings so trocken ist das es staubt wie die Sau.

Alles, aber auch absolut alles ist mit einer, wenn auch zum Teil dünnen Staubschicht bedeckt. Kommt Wind auf, was hier min zweimal täglich der Fall ist, ziehen Staubwolken über den Platz. Nicht so schön.

Zum Morgenkaffee gab es heute die ersten Abreisenden und kurz vor unserer Mopedrunde kamen auch schon die ersten neuen an.
Die Uhr hatte noch nicht einmal 9 geschlagen – ich hab mitgezählt!

Die klassische Seerunde zu fahren blieb uns verwehrt, die Brücke über den Teil nahe der Staumauer ist gesperrt.

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bitte anklicken und leider verkleinerte Originaldatei ansehen!


Trotzdem eine sehr schöne Tour mit toller Aussicht, bei der man ständig hin und her gerissen ist ob man nun die Strecke entlangkriecht und die Landschaft genießt oder ob man die Strecke genießt und die Landschaft nur so vorbeifliegt. Beides geht nicht!

Auf dem Rückweg noch Wasser gebunkert, davon gehen hier pro Körper bis zu 5 Liter am Tag durch, und ab zurück zur Parzelle.

Frühstück und Erholung standen auf dem weiteren Programm.
Gegen 16.00 Fische füttern.
Heute gabs Teig, Mais, Frühstücksfleisch usw. alles schön über Grund ohne Erfolg, obwohl einmal hatte was am Köder geknabbert. Aber leider auch nicht mehr.

Auch gut,brauch ich mir keine Gedanken machen was es heute Abend gibt. Alles bleibt wie geplant!

Freitag

ist ja normalerweise ein schöner Tag, steht doch das Wochenende vor der Tür.

Im Urlaub haben wir schon öfters die Erfahrung machen müssen das das Wochenende für uns nicht die schönste Zeit ist. Und woran liegt das?
An den Einheimischen!

Statt mit Elan ( nicht umsonst ein Wort aus dem französischen ) auch am Wochenende der Arbeit nachzugehen um Frankreich an die Spitze der Wirtschaft in der EU zu bringen fahren diese Franzosen einfach an den See.
Sie bevölkern Campingplätze, Restaurants, den Strand und sorgen für volle Straßen.
Mit anderen Worten: Echt störend!

Zum Beispiel die Straße:

Während die Bergvölker zwar fahren als hätten sie eine ausgeprägte Todessehnsucht aber wenigstens die Strecken kennen sind die Nachahmer aus F,NL, B und D nicht sooo lustig. Die meinen nämlich auch so fahren zu können – ganz ohne jede Streckenkenntnis und allem.
Und dann kommt einem auf einer Bergetappe schon mal ein SUV auf der eigenen Spur entgegen, da der Vollhonk die Kurve nicht gekriegt hat.

Kein Spaß als Motorradfahrer!

Daher gilt am Wochenende: Nur kleine Touren und immer schön langsam!

Überhaupt merkt man das es gegen Freitag Mittag einfach echt voll wird, überall.

Das kennen wir aber auch z.B. von Malta usw. wo man am Wochenende gar nicht versuchen sollte einen Platz am Strand zu bekommen.
Aber mal ehrlich, wir würden doch auch an den See fahren wenn wir denn einen hätten, oder?
Also lassen wir es am Wochenende besonders ruhig angehen wie z.b. heute.

Früh nach dem obligatorischen Frühstück rauf aufs Moped und ab nach Bauduen, einem kleinen Dorf kurz vor dem Staudamm.

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Die Strecke war sehr schön – zu fahren und auch landschaftlich.
Leider gab es im Dorf selbst nicht viel zu sehen das einen längeren Aufenthalt gerechtfertigt hätte und da auf der Einkaufsliste mittlerweile schon wieder ein paar Einträge vorhanden waren fuhren wir zügig weiter nach Aups zu unserem Intermarce des Vertrauens.

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Die Strecke ist echt schön zu fahren und hält, wie schon erwähnt, auch einige Herausforderungen bereit. Und es geht von mal zu mal besser.
Was das Motorradfahren anbetrifft haben wir noch viel zu lernen!
Aber wir machen das auf unsere Weise, immer schön eines nach dem anderen und bitte so das man morgen auch noch üben kann!

Schwer beladen traten wir die Rückfahrt an.
Die Satteltaschen für die V-Strom haben sich auf jeden Fall bewährt. Die Alukoffer wären zwar noch sehr viel besser gewesen, aber auch locker 500€ teurer und für den Kurs werden sie nicht genug genutzt.

Angekommen erstmal alles verstauen und plötzlich feststellen das man zwar 9h geschlafen hat, das aber offensichtlich nicht genug war.
Ein Mittagschläfchen bringt Abhilfe.
Knappe 45min reichen da völlig aus. Man ist ein neuer Mensch. Muss ich meinem Chef mal vorschlagen!

Nachdem ich den Roman von Hallgrimur Helgason „Zehn Tipps das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen“ zu Ende verschlugen habe – ich hatte ihn gestern Abend begonnen – bekam ich auch Lust mal wieder zu schreiben und bemühte unseren Laptop um den Blog mit Leben zu füllen.

Nun sitze ich hier und bin im Jetzt gelandet. Alles Erlebte ist geschrieben, es bleibt nur die Zukunft:

Wir werden in naher Zukunft überbackene Kartoffeln essen die – vorgekocht – mit selbstgemachter Kräuterbutter „Herbes de Provence“ bestrichen und mit einem Hauch Käse bedeckt in unseren Koffergrill wandern. Dazu Salat und Cidre bzw. ein Bier holländischen Ursprungs.
Unter der französisch sprechenden Brauern kann man halt nur die Belgier ernst nehmen, was sich auch im Supermarktangebot widerspiegelt.
Holland, Belgien und Deutschland und zwar in dieser Reihenfolge füllen die Regale.

So, die Kartoffeln warten.

Salut!

Op dem Maat….

Standen vor allem Franzosen darunter auch einige Bauern, aber auch Kunsthandwerker, Imker und fliegende Händler die alles mögliche um nicht zu sagen jeden Sch.. anboten.

Entdeckt hatten wir das bunte Treiben schon früh während unserer Brötchentour und beschlossen uns die Sache später nach einem guten Frühstück einmal genauer anzusehen.
Einen Markt in so einem kleinen Dorf zu veranstalten setzt wohl die Anwesenheit von Touristen voraus um sich auch nur ansatzweise zu lohnen. Und Touristen sind zur Zeit ja noch in recht ansehnlicher Zahl vorhanden.

Unser erstes Ziel war es uns einen groben Überblick zu verschaffen wer denn alles Geld von uns bekommen könnte. Die Auswahl war groß aber unser Interesse galt vor allem dem großen Stand mit frischem Obst und Gemüse aus der Umgebung.

Der Einkauf gestaltete sich dazu auch noch recht angenehm und einfach.
Kein langes Bedienen und ringen um das französische Wort für den potentiellen Kompost, einfach einen kleinen Korb nehmen und alles was man haben möchte hineinlegen.
Den oder die Körbe der resoluten Marktfrau herüberreichen und den Preis für die bunte Mischung zahlen – nach völlig korrektem, getrennten Abwiegen natürlich.
12€ irgendwas betrug unsere Rechnung für Melonen, zweierlei Tomaten, Birnen, Paprika und Zwiebeln.

Die Zwieblen und die vollreifen, großen Tomaten ergaben kurze Zeit später einen sehr leckeren Salat. Zusammen mit Baguette vom Frühstück ein super Mittagessen bei den herrschenden Temperaturen.

Aber wir waren nicht nur wegen des Marktes im Dorf, nein, ich wollte ja noch mein Angelglück versuchen und benötigte dafür schließlich noch die Card de peche, die Angelerlaubniskarte.

Bonjour. La card de peche si vous plait? „HMMMMHMMM“ „une semaine“ „sfh fehf fhssfsgso“

Aus dem dummen Gesicht was ich nun machte hatte Anne wohl recht sicher geschlossen das ich absolut nicht kapiert habe was der Kerl hinter dem Tresen von mir noch wollen könnte. Ich hatte eh schon nichts verstanden, was nicht nur an mangelnden Französischkentnissen lag sondern auch am Öffnungswinkel seines Mundes der die 3° kaum überschritt.
Der Herr wollte meinen Perso – warum sagt er das denn nicht?

Der Rest ging dann schnell über die Bühne. 32€ auf die Theke, in der Angelerlaubniskarte die nötigen Dinge eingetragen zum Teil sinnvoll zusammengefasst – unter Adresse einfach mal DEUTSCHER also ALLEMANGE eintragen – Stempel rein, die Güligkeitsdauer eingetragen, fertig.

Damit bin ich offiziell berechtigt die Fische im Lac de Sainte Croix zu jagen, bzw. zu unterhalten und zu füttern.

Die fehlende Angelpraxis im Süßwasser vor allem bezogen auf den Aufbau der Angel nötigten mir einen Besuch bei Tante Google ab, aber nach ein zwei Blicken war das Wissen wieder da, war doch die Angelausbildung als Kind durch meinen Onkel Walter nahezu perfekt.
Sein Wissen um die Fische in Fluss und See würden mich hier sicherlich ein sehr gutes Stück weiter bringen. Naja, ich versuche einfach mich an so viel wie möglich zu erinnern und lege einfach los.

Mais und Brot – ich meine mal ehrlich, wir können die Finger kaum von diesen Baguettes lassen, wie sollten es Fische nicht mögen – gehen immer und so versuchte ich es klassisch mit Posenangeln.
Grundangeln wäre sicher der richtigere Ansatz, ist aber recht langweilig.
Bei Posenangeln hat man irgendwie immer noch darauf zu achten ob das rote Pinnchen nu untergeht oder nicht. Spannung wie beim Ü-Ei – man weiss im Prinzip schon was drin is, aber eben nur im Prinzip.

So verbrachten wir einen netten Spätnachmittag am See.
Es war wie erwartet wunderschön in dieser Kulisse, sehr entspannend und ansonsten erfolglos.
Aber damit hatten wir ja gerechnet und die Mergues vom Grill, dazu Gemüse und Baguette waren ein ausreichender Ersatz.

Zufrieden und irgendwie völlig geplättet gingen wir schon vor 10 in die Koje.

 

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