Monat: Juni 2015 (Seite 1 von 6)

Travemünde mit Hindernissen

Die heutige Tour sollte mal in die andere Richtung gehen und mal zeigen was so aus den ganzen Ostseebädern wie Sierksdorf, Scharbeutz, Timmerndorfer Strand usw. geworden ist.

Leider vergaß ich zu Anfang der Tour den GPS Logger einzuschalten, habe die fehlende Strecke aber per Hand nachgetragen.

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Die gewählte Route war leider durch Berufsverkehr und Touristen recht stark befahren so das die Fahrt bis Timmendorfer Strand mehr aus Stop&Go als aus flüssigem cruisen bestand.
Die ersten Ferien haben begonnen und es wird voll hier oben, richtig voll.
Rechtzeitig dazu ist das Wetter auch noch strandtauglich geworden.

Daher beschlossen wir es nicht bis Travemünde zu versuchen, sondern auf der Höhe von Timmendorf abzudrehen um wieder auf unsere kleinen, verwundenen, einsamen Straßen zu kommen.

Ab da lief denn auch der Logger wieder mit.

Die Bilder aus Ostholstein sind zum Teil schon sehr austauschbar. Felder im Wechsel mit Waldstücken. Macher mag sagen, es sieht alles gleich aus und es wäre langweilig. Ok, demjehnigen ginge es dann so wie es mir in Fjordnorwegen ging. Berg und Meer in unterschiedlicher Ausprägung – laaaaangweilig!

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Die Landschaft hier reizt uns trotzdem immer wieder, eigentlich können wir uns kaum satt sehen an der schönen Natur mit ihren Reizen die eher im Detail liegen. Ähnlich Fjordnorwegen. Bekommt man keinen Zugang dazu kann man mit der dargebotenen Landschaft nichts anfangen.

Hier haben wir Zugang, uns stechen die leuchtenden Mohnblumen, die Kornblumen und die teils mächtigen Eichen und Buchen förmlich ins Auge und verändern den Blick.

Man sieht nicht mehr mit dem Kopf, man sieht mit dem Bauch. Wer kennt es nicht das Gefühl tiefer Zufriedenheit das einfach so kommt und man nicht so genau sagen kann was nun genau der Auslöser war.

Am Wasser sind die Konturen eher glatt, weiter im Inneren wird es ein wenig hügelig und es gibt sie überall, die kleinen Wege von denen man meint so etwas gäbe es 2015 in einem Land wie Deutschland nicht mehr.
Aber weit gefehlt. Es gibt sie und es lohnt sich auf jeden Fall sie zu erkunden, auch wenn es manchmal dann ein wenig langsamer gehen muss.

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der Bach neben unserem Waldweg

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Ein Waldweg, ganz legal, schmal, kurvig und mit wahnsinnigen Lichtspielen

Die Kontraste auf den Strecken könnten teils nicht größer sein. Vergleicht man die offene Hügellandschaft , die man so gar nicht mit Schleswig Holstein in Verbindung bringen mag und die Waldwege, die eher an die Eifel erinnern und die Aufnahmen mit dem Wasser der Ostsee im Hintergrund so wird einem schnell klar das zwar die Grundzutaten der Landschaft die Gleichen sind aber es unendlich viele Kombinationen gibt die unser Auge und Bauch erfassen und verarbeiten muss.

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„Ende der Ausbaustrecke“ kann heissen: Strasse geht weiter, nur anders….Ich liebe es!

So verloren wir uns mal wieder auf Wegen abseits des großen Verkehrs und tourten durch die Holsteinische Schweiz bis der Hintern SOS schrie, laut und sehr deutlich.

Nach einer ausgedehnten Pause bis nach dem Campingplatz-Mittag fuhren wir noch ein letztes mal nach Grömitz zum einkaufen. Die gebunkerten Vorräte sollten nun bis Mittwoch reichen.

Donnerstag geht es wieder nach Hause. Hätten wir noch ein wenig länger frei würden wir noch eine Station weiter ziehen in Richtung Nordsee. Aber das muss leider warten.

Morgen und Mittwoch werden wir wieder durch die Gegend touren um dann am Mittwoch nach der Tour langsam zusammenzupacken.

Die Nacht werden wir auf dem Parkplatz des Campingplatzes verbringen da wir Donnerstag Morgen gegen 2.00 Uhr aufbrechen wollen. Hat sich auf der Hinfahrt bewährt, wollen wir nun auch auf der Rückfahrt testen.

Wir könnten zwar noch bis Sonntag bleiben, aber wir haben noch einiges zu tun zu Hause bevor wir wieder arbeiten müssen. Zudem wird es uns hier einfach zu voll.

Die lustigen Annekdoten über Nachbarn, Hunde usw. haben irgendwo natürlich einen ernsten Kern, ständig lärmende Kinder und Hunde auf dem Platz sowie überfüllte Innenstädte und Straßen schrecken uns ein wenig ab.

Vor allem ist es die gegenseitige Rücksichtnahme der Menschen die wir schmerzlich vermissen.

Man muss nicht um 7 Uhr mit einem Kompressor die Luftmatratzen aufblasen und man kann auch Kindern beibringen das man Nachts ein wenig leiser sprechen sollte.
Leider sind alle diese Dinge dem ICH zum Opfer gefallen. Daher müssen wir hier weg.

Morgen ist die Tour schon klar: Heiligenhafen. Warum?
Nun, es gibt dort anscheinend einen Bauer der Fleisch von der Zottelfellkuh ( Galloway Rind ) verkauft.
Nun, ein fettes Steak von so einem Viech in meine Pfanne – das will ich. Also werden wir eine Tour dorthin unternehmen um zu sehen ob es da was gibt und wenn ja etwas davon in unseren Rucksack zu packen.

Ich fahr ne Tour oder ich brauch nen Hund

oder nen Kind, aber Hund geht wohl schneller..

Hm, ich könnt mir den Kjell mal leihen.

In der Tat sind wir die einzigen die keinen Hund haben.

Im Ernst, was hier seit Freitag Abend los ist ist der Hammer. Ferienbeginn in NRW und ganz NRW ist auf diesen schönen Flecken Erde eingefallen wie hungrige Heuschrecken auf ein Weizenfeld.

Die Tage vorher war es so schön ruhig, himmlisch ruhig.

Ok, es war Scheißwetter und sackkalt aber es war ruhig!
Schlafen bis 9 oder ganz verwegen bis 9.15Uhr – kein Problem!

Jetzt ist alles anders.

Nebenbei, Menschen die Kindern Funkgeräte zum spielen geben gehören verhaftet, verurteilt und eingekerkert! JA!
Was diese kleinen Biester mit den winzigen Handfunken einen nervtötenden Lärm veranstalten können ist schier unglaublich!

Der Weg an dem wir stehen ist zudem im allgemeinem Jubel der neu angereisten in A40 umbenannt worden, verbindet er nun die Camper aus Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum und was es da noch so gibt.

Aber Rache ist süss und wird kalt serviert. Besonders die Mutter von gegenüber, die schon mit stehen völlig überfordert ist, aber 4 Kinder, davon ein Säugling und einen Hund mitschleppen musste hat es mir angetan. Die hat selbst die freundlichen Kommentare der direkten Nachbarn in Sachen Lärmbelästigung süffisant ignoriert.

Naja, wir starteten unsere Motorradtour am heutigen, sonnigen Sonntag gegen 8.00. Der satte Sound eines 650 Kubik-Eintopfes kann schonmal, richtige Ausrichtung der Auspuffmündung vorausgesetzt, eine ganze Familie wachmachen. Ups!

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unsere Tour heute

Wir nahmen direkt den Weg über die kleineren Strassen, zumindest versuchten wir das, aber die Navigaton mit selbstzusammengestellten Touren in Google Maps funktioniert noch nicht so wie ich mir das Wünsche. Ist wahrscheinlich mein Unvermögen, aber ich arbeite daran.

Also blieb das Handy nur Unterstützung in der Tasche, wo es natürlich emsig alle gefahrenen km loggt und die Navigation erfolgte per Nase.

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geplante Tour für heute

Vergleicht man die gewollte und die gefahrene Tour, so ergeben sich deutliche Ähnlichkeiten die mir zeigen, das das eingebaute Nasennavi zumindest nicht komplett kaputt ist.

Der Schwenk vor Plön, statt dahinter ist der blöden, völlig mit Urlaubern verstopften Strasse zu verdanken. Die Strecke machte einfach keinen Spaß.

Wir fanden wieder sehr geniale, kleine, verwinkelte Strecken, teils durch dichte Laubwälder, teils über schier endlose Felder in den verschiedenen Reifestadien. Von grün über alle Zwischenstufen bis zu sattem goldgelb war alles dabei. Wunderschön!

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54.306049, 10.689405 bei Blekendorf

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anderer Winkel, gleicher Standort

Einziges Manko: Wir mussten teils recht langsam fahren, da immer mit Gegenverkehr auf diesen absolut nicht einsehbaren Strecken gerechnet werden musste. Zudem haben wir allein in den letzten drei Tagen auf den zwei Touren zwei mal Wildwechsel gehabt. Also weg vom Gas und Augen auf!
Das schadet bei der genialen Landschaft allerdings kaum, wobei die ein oder andere Strecke hätte ich gerne mal in flotterer Gangart unter die Räder genommen. Aber das schmälert unser Erlebnis in keiner Weise.

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Neustadt i.Holstein

Leider haben wir die GoPro dieses mal nicht dabei. Allerdings war es Absicht die Actioncam zu Hause zu lassen. Die Filmerei, so schön und teils auch spektakulär sie sein mag, lenkt zu sehr vom eigentlichen Star der Touren ab – der Natur!

Entweder anmachen und vergessen, was aufgrund des Accus nicht wirklich lohnt, oder irgendwie immer an und ausmachen und sich über Dinge Gedanken machen die in eine solche Umgebung eigentlich nicht reingehören.

Natürlich ist das in Sachen Blog kontraproduktiv. Aber das Erlebnis der Fahrt ist reiner, freier und schöner!

Alles was ohne Zutun arbeitet ist willkommen, der GPS Logger der still vor sich hin arbeitet als Beispiel.
Aber Photos machen, aktiv, das reicht schon und ist oft genug ein Abwägen zwischen dem Willen etwas wie einen Eindruck zu konservieren, was meistens nicht in der gewünschten Form gelingt oder der einfachen Hingabe an das Jetzt.

 

 

Campingland Ostsee

Mit Campingland Ostsee ist nicht die Ostseeküste, Schleswig Holstein oder MeckPom gemeint, sondern unser Campingplatz auf dem wir gerade den Rest des Urlaubes verbringen.

Ich dachte bei der Auswahl eines Platzes in der Region Grömitz sofort an die Plätze am Lensterstrand zwischen Grömitz und Kellenhusen.
Dort habe ich vor mehr als 25 Jahren meinen ersten Campingurlaub auf dem Platz „Hohe Leuchte“ verbracht. Damals noch mit Dreieckszelt und Imprägnierspray sowie auf einer Zeltwiese ohne alles. Rein Alu Kochzeugs und nur ein Wasserhahn alle 50 Meter. Das wars.

Aber die Zeiten sind vorbei und naja, die meisten Campingplätze dort haben entweder verheerende Kritiken oder nur 3 positive.
Man mag mir böses unterstellen, wenn ich dann denke, Tochter, Sohn, Kumpel und schon sind 4,9 Sterne bei Camping.info gelistet. So hohe Bewertungen sind meistens Fake vor allem wenn es nur so 3-5 überhaupt gibt.
Ob es in diesem Falle auch so gewesen wäre wollten wir nach Loissin nicht mehr testen und sind vor Grömitz auf den 4 Sterne Platz „Campingland Ostsee“ in Bliesdorf direkt an der Ostsee und mit Naturstrand.
Eine Wahl die wir nicht bereut haben.

Der Platz gliedert sich in einen „alten“ und einen „neuen“ Teil.
Der alte Teil ist im Prinzip Kleingarten, sprich Dauercamper mit hausartigen Bebauungen.
Sei Ihnen gegönnt, denn ein schöner Platz für Urlauber wird, vor allem in schlechten Jahren, finanziert von den Dauercampern.
Viele Urlauber vergessen das.
Die Platzbetreiber müssen auch von etwas leben und planen kann man nur mit regelmäßigen Einnahmen, nicht mit Aussagen „Wir bleiben bis morgen oder nächsten Monat“!

In guten Jahren, mit tollem Wetter usw. sind die Einnahmen von den Touristenplätzen mit Sicherheit besser, aber eben nicht kalkulierbar wenn man bei der Bank Geld für ein neues Waschhaus braucht.

Im Prinzip wie in Wismar/Zierow. Gut Ding braucht wohl Weile.

Die neuen Plätze werden durch junge Hecken getrennt die die 50 cm Marke kaum überschreiten.
Mag man gut finden oder nicht, ich persönlich würde mir für diesen Teil des Platzes wünschen, die Hecke würde nicht höher als 60-70 cm.
Der Blick auf die Ostsee ist nämlich von fast allen Parzellen noch möglich, wenn auch abhängig vom Nachbarn. Zudem vermittelt diese Trennung eine angenehme Offenheit und Weite.

Die Lage direkt an der Ostsee ist hervorragend.
Die Erreichbarkeit auch mit Gespannen sehr gut. Die Straße ist schmaler als normal, aber sehr gut befahrbar.
Nach Loissin mussten wir z.B. knappe 3 KM fast Schrittempo fahren weil die Straße so schlecht war. Panzerstrecken sind teils besser geteert.

Für Wassersportler interessant ist die Tatsache, das es hier eine Slipanlage gibt und auch auf dem Platz Abstellmöglichkeiten für Wasserfahrzeugen vorhanden sind.

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Platzplan „Campingland Ostsee“

Der schwarze Punkt zeigt unseren Stellplatz.

Durch die recht hohe Anzahl von Waschhäusern, die aber alle relativ klein sind – ein Konzept was ich persönlich hervorragend finde – sind die Wege kurz. Für alle die auch Nachts mal „rausmüssen“ sehr schön!

Ein Laden/Restaurant/Imbiss offeriert ab 7.30 frische Brötchen die ok sind. Die Pommes aus dem gleichen Laden Abends um 21.00 waren nebenbei gesagt sehr gut.

Das Angebot ist allerdings wesentlich breiter und man vermutet einen recht großen Laden und findet eine Pommesbude. Klein, nett, sauber – soweit man das erkennen kann. Ob die Speisen was taugen kann ich nicht sagen und habe auch nicht vor das zu testen. Dafür grill ich zu gern.

Die Abteilung Wäsche und Spülen sind ebenfalls im Waschhaus untergebracht. Wir nutzen Waschhaus 5 was sehr modern ist. Die anderen waren aber zumindest Stichpunktartig getestet zwar nicht ganz so neu, aber sauber. Und darauf kommt es an.

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Waschen und Spülen

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Abteilung Wäsche

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Zugang zu allen Bereichen nur mit Chipkarte

Apropos sauber:

In unserem Waschhaus nutze ich immer die erste der 4 Einzeltoiletten. Als Sitzpinkler auch häufiger.

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Toilette 1 von4 im Waschhaus 5

Ich hab es mir zum Spaß gemacht mal zu dokumentieren wie das Klo ausgesehen hat wenn ich ankam. Verlassen habe ich es immer sauber, ohne sichbare Sprenkel oder ähnliches.

Morgens gegen 5 werden die Toiletten gereinigt.

Ab dann waren die Klos sauber. 100%.

Herausgekommen ist eine Rate von 64% wo das Klo nicht sauber war. Sprich irgendwelche Reste in der Schüssel klebten oder ähnliches. Und das bei einer recht geringen Auslastung an Urlaubscampern.

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für Stehpinkler

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wenn DAS mal von allen genutzt würde die auf dem Rest zu besuch waren…

Heute war Anreisetag und es ist merklich voller und merklich dreckiger geworden.

Es sind fast nur Leute mit Fahrzeugen/Zügen >80000€ angekommen und die Toiletten bzw, sogar der Flur im Waschhaus 5 sieht aus wie nach einem Bombenangriff.

Schämt Euch Ihr AssiCamper! Diese Vollpfosten meckern dann bei Camping.info und anderen das die Sanitäranlagen schmutzig sind!

Der Platz bekommt von uns auf jeden Fall einen „Daumen hoch“ „Empfehlenswert!“

Für die „Klobürstenignoranten“ und „Nichthändewascher“ kann keiner was. Alles andere ist hier echt sehr, sehr gut.

Von der freundlichen, kompetenten Aufnahme inklusive Hilfeangebot beim Aufbauen bis zur Versorgung mit Brötchen ist hier alles Bestens! DANKE!

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