Monat: September 2012 (Seite 1 von 5)

Bananenrepublik Deutschland

Ist zwar wohl noch ein wenig übertrieben, aber dank unserer fähigen Regierung sind wir ja auf dem richtigen Weg.

Oh! So politisch der Herr? JA! Verdammt! Warum? Ich bin nach Hause gefahren!

Gestern ging es dann nach Hause. Das Wetter spielt auch an der Adria gegen Ende September nicht mehr so mit. Und wir fahren nunmal ein Sommerwohnmobil. Keine Isolierung, keine Heizung. Eben darauf ausgelegt seine Wachzeit draußen zu verbringen. Geschlafen wird schön im Ducci im bequemen Bett.

Der Regentag war zugleich auch ein Wetterwechsel. Allerdings nur in Sachen Temperatur. Sonnig ist es weiterhin, nur leider 5-6°C weniger als vorher. Zudem wird es immer früher dunkel und damit schattig, kurz, Zeit Heim zu fahren.

7.00 verließen wir den Campingplatz, pünktlich zur Schrankenöffnung. Ca. 40km Landstraße dann auf die Autobahn. Mautstelle passiert, Ticket gezogen, ab auf die Bahn.

Herrlich. Eine freie Autobahn mit einwandfreiem Straßenbelag. Geschwindigkeit auf 130km/h begrenzt, aber das stört mich und Ducci nicht. Wir sind eh langsamer. Wir fahren 250km bis zur Grenze nach Östereich.
Ohne einen Stau. Ohne eine einzige Baustelle.

 

In Österreich ist es nicht mehr ganz so schön. Eine Baustelle vor einem Tunnel. Blockabfertigung. D.h. 20 Minunten stehen und warten, dann fährt wieder ein Schwung, dann wieder warten. Echt blöd. Wir verlieren 40 Minuten.
Sonst allerdings erwarten uns in Österreich perfekte Straßen, 130 km/h Begrenzung und sonst freie Fahrt.

In Deutschland angekommen gilt endlich kein generelles Tempolimit.

Unbegrenztes Gasgeben! Super!

Ok, für uns ändert sich nichts. Obwohl doch eigentlich schon. Denn während wir in Italien und Österreich durchgehend 115km/h gefahren sind, ist damit kurz nach der Grenze schluss. 80km/h Baustelle.

Das ist auch nicht die Einzige bis kurz vor München. Ungefähr 2/3 der Strecke von Grenze bis München Süd ist Baustelle. Aber halb so schlimm, denn kurz vor München ist dann auch schon Schluss mit Fahren. Stau, 16 km anwachsend weil es mal einen Unfall gegeben hat, vor Stunde. Unfallstelle ist geräumt, der Verkehr steht. auf 4 Spuren. Ähnlich dann auf der A99 Stau. Endlich auf der A9 Stau. OK, dann andere Route. Auf die 92 und zurück auf die 99, zähfließend.

Weiter auf der A8. Eine Baustelle jagt die nächste. Durchschnitt 71 km/h. Ulm Stau, Stuttgart Stau. Dazwischen Baustelle um Baustelle. Oder auch Stau in der Baustelle.
Kurz vor dem Abzweig zur A81 wieder erst Baustelle, dann  „Rien ne va plus.“  Das wars dann mal wieder. Wir stehen. Irgendwann gehts dann weiter und wir kommen auf die A81.

Die besteht praktisch aus einer einzigen 80km/h Zone.

Auf die A6 bei Heilbronn bringt keine Besserung. Im Gegenteil Baustelle an Baustelle. Auch die A61 bringt bis Köln keine Besserung. Obwohl – eines hatte ich vorher noch nicht gelesen. Auf der A61 konnten wir zum ersten Mal das 80km/h Schild sehen und dann folgende Begründung lesen: „Neuer Fahrbahnbelag“. Ist das nicht toll?

Wir fahren, wenn es dann keinen Stau gibt 80km/h wegen Baustelle, wegen schlechter Fahrbahn, wegen ganz beschissender Fahrbahn, wegen zu enger Fahrbahn, wegen Rollsplitt und nun sogar wegen neuer Fahrbahn. Gut, keine Sorge, letzteres wird wohl eine Seltenheit bleiben in der Bananenrepuplik Deutschland. Letztendlich waren ca. 2/3 der Strecke in Deutschland Baustellen. Noch Fragen?

Habe fertig!

 

Venedig sehen und……..

wieder zurückfahren. Nene, so schön das Zeitliche dort zu segnen ist’s nun nicht.

Aber von vorn.

Das in Punta Sabbioni, dem Ort des Fähranlegers nach Venedig, die Hölle los ist hatten wir auf unserer Rundtour schon mit Schrecken gesehen. Menschenmassen die in Schiffsbäuche hinein und wieder herausquollen – ein absoluter Horror für mich. Ein Umstand der mich den Venedigbesuch gerne verschieben lies. Aber irgendwann musste der Tag kommen. Nicht hinfahren obwohl man gegenüber Urlaub macht? Geht nicht! Vor allem nicht wenn man beschlossen hat diese Gegend sobald nicht wieder zu besuchen.

Also los zum Bus und ab nach Punta Sabbioni. Rappelvoll, Stehplatz. In die andere Richtung hätten wir uns auf die Sitzbänke legen können oder im Bus Fußball spielen. Es sind nur 4 Haltestellen, geht schnell.

In Italien kauft man seine Bustickets vorher, also nicht im Bus. In unserem Fall hatten wir ein Ticket für Bus und Fähre hin und zurück gekauft, pro Person 17,60€. Nicht billig, aber Bötchenfahren ist immer etwas teurer als nur mit Bus und Bahn.
Wir hatten Glück das unsere Ankunft am Anleger fast mit dem Ablegen einer nicht komplett überfüllten Fähre zusammenfiel. Dank der Kombitickets also kein Anstellen am Schalter für die Fähre sondern einfach durch gehen und einen ganz passablen Sitzplatz  finden. Ok, soweit so gut!

Wir nähern uns Venedig und schiessen ein paar Bilder.

Das Wetter ist im übrigen sehr schön. Sonnig und praktisch windstill. Das das Wasser in der Lagune so unruhig ist? Ich schiebe es auf den schier unglaublichen Schiffsverkehr. Es ist Wahnsinn was dort alles an Booten und Schiffen verschiedenster Größen unterwegs ist.

Die zwei kleineren Böötchen in der Mitte des Bildes sind Taxis. Ganz ehrlich? Ich beneide diese Leute um diesen Job. Bootfahren in DIESER Umgebung und damit Geld verdienen. Sehr geil. Aber das nur nebenbei.

Wir verlassen die Fähre und werden von den Massen an Menschen erschlagen.

Mir ist die ganze Umgebung jetzt schon zuwieder. Unfair, ich weiß. Die Stadt kann nix für uns Touristen, oder sollte man sagen Terroristen.
Der Lindwurm aus Menschen überwalzt die im Wege liegenden Brücken die auf dem Weg zum Marcusplatz liegen, nur unterbrochen von ein paar Bilderstopps. Wir schwimmen mit und machen auch Bilder – Bilder die das Problem Venedigs und den ganzen Wahnsinn zeigen und vor Skurrilität nicht zu überbieten sind. Stau auf dem „Canale“.

Von Romantik ala „O sole mio“ keine Spur. Gruselig!

Aber auch das ist Venedig:

,

Schmale Gassen ohne Touristen. Dafür findet man dort das „Personal“ Venedigs und z.B. eine Wäscherei.

Aber auch Romantik und Dinge, die man sonst wohl in keiner Stadt sehen kann:

Vom Boot an den Tisch – wo sonst ginge das.

Ich bin von Venedig hin und hergerissen. Venedig ist trotz allem eine schöne Stadt aber auch eine stinkende Kloake. Kunst und Kitsch so nah beieinander wie kaum sonst und Probleme an jeder Ecke.
Man vergisst sehr schnell das dort tatsächlich Menschen leben, ganz normale Menschen. Bewusst wurde mir das erst wieder als wir an einer Grundschule vorbei kamen die gerade Schulschluss hatten und die Stöpsel mit den Erziehungsberechtigten im Schlepptau die Schule verließen.

Der Tourismus bringt Geld, Geld was die Menschen und die Stadt dringend brauchen. Aber der Tourismus ist auch der Fluch Venedigs. Ich bin mir nicht Sicher was mehr wiegt, der Schaden des Tourismus oder der wirtschaftliche Nutzen. Ich kann das nicht beurteilen.

Ich hab sowas wie Waffenstillstand mit der Stadt geschlossen. Ich fahr nicht mehr hin, finde es aber doch sehr schön. Den Hype kann ich nicht teilen und auch nicht verstehen. Und ich gönne der Stadt mal eine Woche ohne Terroristen.

Käpt´n das Schiff sinkt!

Es regnet in Jesolo. Erst ein wenig und eben ging die Welt unter.

Wassereinbruch am Bug! Während das Heck und die Seiten durch hochgeklappte Folienränder strumsicher sind, ist der Bug ungeschützt. Also ab an die Lenzpumpe ( Kehrschaufel) Mein Matrose hat sich verkrümelt und mich auf rauher See allein gelassen! Na Warte! Matrose! Den werd ich Kielholen wenn der wieder auftaucht.

Von den Bildern bin ich echt enttäuscht – alles sieht so harmlos aus. Naja, dazu muss mann allerdings wissen das wir hier auf purem Sand stehen. Ein weggeschütteter Kaffee ist in 1,3 sec nicht mehr zu erahnen. Aber schaut selbst! Fröhlichen Piratentag! (bzw. HIER ) Harrharr!

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