Hanteladapter

Das Fitnesscenter zu haben ist ja nun langsam kein Geheimnis mehr. Aber die Probleme, die dadurch entstehen, sind weit größer als nur der Umstand, dass man seine Freizeit nicht darin verbringen kann. 
Ich habe damals mit dem Kraftsport angefangen, weil ich es satt hatte alle 3-4 Wochen wegen Hexenschuss zum Doc zu rennen. 
Und ja, ich hatte meinen Rücken gut im Griff. Hatte. Nach ziemlich genau einem Jahr ohne vernünftiges Training ist von der Sorglosigkeit nicht mehr viel übrig, obwohl ich schon seit einiger Zeit auch zu Hause trainiere. So wie es eben geht. 
Ein weiterer Hemmschuh ist die Verfügbarkeit (und auch der Preis) von Hanteln, Stangen etc..
Decathlon z.B. hat zwar viel im Angebot, aber kaum etwas ist lieferbar. Real z.B. verkauft ein Hantelset für den Preis einer 4 Tages-Flugreise nach Malle. 
Um so wichtiger ist es sich zu helfen zu wissen. Dünne Hantelstangen mit Zollmaß waren bei Amazon günstig zu haben. Also kaufen. 
Entsprechende Gewichtsscheiben? Fehlanzeige oder sündhaft teuer. 
Aber wenn man sich dann so durch die Angebote wälzt, sieht man immer mal wieder Schnäppchen. Also Schnäppchen zu Coronazeiten.
Was brauche ich denn eigentlich? Große Scheiben habe ich. Allerdings mit Olympia-Bohrung (50er). Die nutze ich an der Trap-Bar. Da habe ich neben den großen Bumperplates auch 5er Scheiben mit 50er Bohrung.
Ok, also keine 5er. 2,5 er und 1er wären gut, dann kann man die Kurzhantel gut laden. 
Also kurzerhand das Angebot für 1er und 2,5er genutzt. Günstiger ging es nicht zur Zeit.
Und nun kommt die Kreativität wieder ins Spiel. Wenn die Stange das kleinste, übliche Maß hat, können Adapter helfen, jede erdenkliche Scheibe darauf zu nutzen.
Also Fusion angeschmissen und mal was gebastelt: 

Im Bild die kurze Version. Mit 25% Füllung gedruckt sind die Teile absolut stabil, vor allem bei stationären Lasten. 
So können die gekauften Scheiben aufgezogen werden. Das Ganze muss natürlich noch für die 50er Bohrung gemacht werden, aber a. geht das schnell und b. macht das Laune. 

from scratch

wie der Brite so zu sagen pflegt, wenn er meint „von Grund auf neu“. „From scratch“ also, hab ich mir gestern schnell eine neue Halterung für den Soundblaster gebastelt, die man an die Wand schrauben kann. 

Wie immer beginnt die Konstruktion in Fusion360. 

Das erstellte 3D Modell kann sofort im Slicer, also in der Software, die das Konstrukt für den 3D Druck in Scheiben schneidet, geöffnet und weiterverarbeitet werden. 
3,5 h später war das Teil dann fertig. 
Eben noch die Stützstruktur entfernt und nun ist das Teil bereit zur Montage. 

Er druckt und druckt und druckt…

Das schönste Wetter nützt nichts, wenn man nicht raus kann. Nein, nicht wegen Corona – wir sind schließlich in einem deutschen Lockdown und nicht in einem italienischen oder australischem, wir dürfen raus wann immer wir wollen – nein, der Heuschnupfen zwingt mich bei 25°C und strahlendem Sonnenschein in die Bude. Was da pollentechnisch so abgeht, ist zu viel für meine Bronchien und nicht ordentlich Luft zu bekommen ist halt einfach Mist. 

Aber wenn man schon den ganzen Tag in der Bude hängt, kann man auch kreativ bzw. produktiv sein. Die Liste der zu druckenden Teile wird immer länger und ein Ende ist nicht in Sicht. 
Zunächst erstmal ein paar Funktionsteile wie z.B. die USB-Kabelhalter. 

Für die neuen Acrylfarben für den Modellbau bin ich dann noch über ein nettes Bauskastensystem bei Thingiverse gestolpert und das musste ich dann auch sofort umsetzen. Leider benötigen Drucke Zeit. Ein Doppelmodul schlägt mit ca. 4h zu Buche. 

Große Figuren zu drucken ist in mehrfacher Hinsicht problematisch. Zum einen dauern die Drucke sehr, sehr lange, teilweise mehrere Tage und zum anderen wird auf dem Ender3 der Druckvorgang mit zunehmender Höhe instabiler. Wie oft habe ich schon Bilder im Netz gesehen, die nach zwei Tagen, kurz vor Schluss in die Hose gegangen sind. Sehr ärgerlich sowas.

Der zweite Drucker sollte auch noch dauerhaft beschäftigt werden und wenn sich die Gelegenheit schon bietet, wollte ich dann auch mal eine größere Figur drucken. Allerdings in Teilen, die maximal einen Tag benötigen. Los gings mit dem Oberteil.
Einen nicht unerheblichen Anteil an der Druckzeit hat die Erstellung der Stützstruktur, was man sich gut vorstellen kann, wenn man sich Modell und Druck so ansieht. 

Oberteil der Bashee-Königin

Die Haare sind nichts geworden. Das ist aber auch kein Wunder, denn die benötigte Stützstruktur fehlt. Diese hätte aber auf dem Modell aufgebaut, was ich aber in den Einstellungen verboten hatte. Da gibt es also noch Optimierungsbedarf. 
Der Druck hat aber auch schon 16h gedauert. Die Tests mit den Stützstruktureinstellungen werde ich dann wohl lieber an einem kleineren Teil machen. 
Aktuell läuft der Teil mit den Füßen, den ich allerdings nochmal in zwei Teile aufgeteilt habe, da der Druck gute 28h dauern sollte. So sind es zwei kleinere Häppchen geworden, was mir besser passt und bei Fehlern nicht so ins Kontor haut. 
Wenn es fertig ist soll mal das dabei rauskommen:

Dann schauen wir mal…