Kategorie: Bewertung Campingplatz (Seite 1 von 6)

Zeeland, Oostkapelle

Die Fahrt durch Holland verlief erwartungsgemäß unspektakulär. Wenig Verkehr und gute Autobahnen machten uns die Fahrt angenehm.
Nach 3 Stunden waren wir vor Ort und fuhren auf den Parkplatz des Platzes „Camping In de Bongerd“ in Oostkapelle.
Ein Familienplatz in der Hauptsaison. Normalerweise nicht das was wir uns unter Urlaub vorstellen. Aber im August überhaupt noch etwas zu bekommen ist nicht eben einfach, vor allem kurzfristig.
Erwartungsgemäß ist der Platz voll und Kinder überall.
Die einzige Parzelle, die wir für den Zeitraum überhaupt bekommen konnten, ist 130m2 groß und hat ein privates Bad.

Klingt nach Luxus, ist es auch. Die Parzelle ist genial groß, sehr schön und das Privatbad ist spitze!


Da gibt es Hotels die schlechtere Sanitäreinrichtungen haben!

Da im Ort ein Jumbo ist, der auch heute am Sonntag geöffnet hat, fuhren wir dann noch schnell mit dem Rad zum einkaufen.

Das Wetter spielt mit, es ist warm und manchmal sonnig, aber recht windig.

Gemütlich ließen wir den Tag ausklingen…

Obelink!

Welcher Camper kennt ihn nicht, den Camping und Freizeitmarkt Obelink in Winterswijk?

Ein Ikea für Camper. Es gibt alles was man braucht und noch sehr viel mehr. Dort durchzugehen und nichts zu kaufen ist fast unmöglich. Aber wir wollten ja auch nicht stöbern, sondern tatsächlich eine Einkaufsliste abarbeiten.

Unser Tisch hat nach 10 Jahren seine besten Zeiten hinter sich und das Campinggeschirr ebenso.
Dazu noch ein Beistelltisch der den Grill tragen kann. Also den Grill, den wir hinten eingebaut haben und seitdem nicht mehr benutzen, der, wo man die Beine so blöd anschrauben muss, weswegen wir ihn auch kaum benutzen. Einfach auf einen Tisch gestellt und fertig is. So ist der Plan. Sollte das nicht klappen, der Tisch ist nicht umsonst, einen Beistelltisch könnten wir eh gut gebrauchen.

Ralf und Tanja wollten ebenfalls beim Obelink nach ein paar Sachen schauen und so beschlossen wir gemeinsam zu fahren und dann das Wochenende noch dort ausklingen zu lassen, wofür die Beiden einen Naturcampingplatz in der Nähe gebucht hatten. Klingt gut!

Zudem hatten wir nach ein paar Anpassungen unserer Urlaubsplanung plötzlich noch ein paar Tage übrig die wir nun im Anschluss an das Wochenende in Holland aufbrauchen wollten.

Gegen 9.30 trafen wir uns beim Obelink am Eingang. Die Sprinterfahrer waren schon am Vorabend los und verbrachten die Nacht auf einem Stellplatz an einem See in der Nähe.

Rein ins Gewühl!
Wie sagte Ralf so passend: Totale Reizüberflutung!


Wir kämpften uns tapfer durch und hakten ein Teil nach dem Nächsten ab.
Schon nach 1,5h waren wir durch! Nun ab zum Campingplatz.

Lutje Kössink heisst der kleine Naturcampingplatz nur ein paar Kilometer vom Obelink entfernt. Mitten im Nichts. Schätzungsweise verfügt der Platz nur über 30 Parzellen und überzeugt mit ruhiger Lage, toller Bepflanzung und absoluter Stille.

Der Betreiber kümmert sich persönlich um alles und legt, wie auch die Besucher des Platzes, größten Wert auf Ruhe.

Obwohl wir versuchten uns so leise wie möglich zu unterhalten, waren wir doch wohl die lautesten Menschen auf diesem Platz.
Wer also Ruhe sucht: dort seid Ihr richtig!

Sanitär ist einfach, aber sauber. Beim Sanitär merkt man auch das man mit einer anderen Sorte Camper auf einem Platz ist. Ich habe keine Toilette gesehen, die nicht sauber war, auch nicht am späten Abend. Offensichtlich geht sowas, wenn man nicht denkt: „Nach mir die Sinnflut und die Putzfrau“.

Nach einer erholsamen Nacht und ein paar Tassen Kaffee machten wir uns in verschiedene Richtungen auf, die Sprinterfahrer Richtung Heimat und wir Richtung Seeland, wo uns noch ein paar Tage Urlaub erwarten.

Der 5 Sterne Campingpark „Kamerun“

Der Platz liegt direkt an der Binnenmürtiz und ist nur ca. 10-15 Radminuten von Waren entfernt.
Ein eigener Bootsverleih und eine Wassersportschule am sind Platz vorhanden.

Schrieb ich was von Sanssouci-Camping groß?
Ich meine, der Platz ist schon riesig, aber „Kamerun“ hier in Waren toppt das locker. Zumindest kommt mir das so vor.
Zunächst fällt einem auf das im vorderen Bereich alles aussieht wie ein Rasenparkplatz, mit trockenem Rasen. Kaum ein Baum oder Strauch, von Schatten mal ganz abgesehen.
Richtig schön ist sowas nicht. Aber ok, so einen Sommer haben wir ja auch nicht jedes Jahr, da ist man unter Umständen ganz glücklich, wenn kein Baum die Parzelle in Schatten taucht.

Der Wohnmobilhafen sieht seltsamerweise genau so aus wie die Parzellen im vorderen Bereich nur liegt der Wohnmobilhafen fast direkt am Wasser und somit ungleich schöner!
Im hinteren Bereich des Campingplatzes gibt es einen lockeren Birkenwald und jede Menge weitere Plätze die sich von ihrer Qualität sehr deutlich unterscheiden. Wenige, richtig nette Parzellen mit Wiese und etwas Strauchbewuchs unter den Birken und dann Parzellen wie wir sie bekommen haben.
Drei fette Birken im Dreieck im Zentrum der Parzelle, die damit für die meisten Fahrzeuge oder Gespanne vollkommen unbrauchbar ist. Selbst wir konnten nur quer zum Weg am Anfang der Parzelle stehen. Mehr war nicht möglich.
Unkraut und ein wenig Müll in einer Ecke runden das nicht so schöne Bild dann ab. Das ist definitiv schon einmal keine 5 Sterne.

Es gibt 3 Waschhäuser auf dem Platz. Zwei im vorderen Bereich, die recht in Ordnung sind und durchaus ein 4-5 Sterne Rating erlauben würden und dann das bei uns hinten im Wald.
Zunächst ist es für die Anzahl der Parzellen sehr klein ( 5 Toiletten und 5 Duschen ) und die Toiletten gegen noch für 3 Sterne durch, aber was den Urlaubern als Dusche zugemutet wird ist echt das allerletzte.
Ok, die erste Frage stellt sich, welcher Trottel duschen baut, völlig ohne Fenster und nicht nach oben offen! Dann auch noch so eng, das man sich kaum darin drehen kann. Nix für Klaustrophobiker!

Das Hauptproblem ist die permanente Feuchtigkeit, die zu Schimmel führt, den man dann auch in voller Pracht bewundern kann.

Unter den Bedingungen rostet dann auch der billige Edelstahl, bzw. das billig verchromte Seifengestell.

 

Sowas ekeliges habe ich lange nicht mehr gesehen.
Da die Sanitärhäuser im vorderen Teil besser sind gibt es 3 Sterne.

Will man Geschirr abwaschen gilt es sich die Wanderschuhe anzuziehen.
Die einzige Möglichkeit hierzu bietet ein eigenes „Abwaschhaus“ in der Mitte des Platzes gelegen, per GPS getrackt 349 Meter von unserer Parzelle entfernt  – und die ist noch nicht mal am Ende des Platzes.
Das Abwaschen kostet natürlich Geld. Karte auflegen und dann wird alles „fair“ abgerechnet, wie im Netz so positiv beschrieben wird.
Ok, auf anderen Plätzen wird das natürlich nicht „fair“ abgerechnet, einfach weil es dort nichts kostet!
Wenn man denn die Wanderschuhe einmal anhat ist es gut auch an den Müll zu denken und diesen gleich zum Spülen mitzunehmen. Denn die einzige Müllentsorgung die wir gefunden haben ist auf dem Parkplatz VOR dem Campingplatz, also geschätzte 750 Meter von unserer Parzelle.
1,5 Km Wanderung zur Müllentsorgung und zurück auf einem 5 Sterneplatz? Euer Ernst?
Der Laden bei der Rezeption ist, wie alles dort, im afrikanischen Stil gehalten. Leider hat der Laden nicht wirklich etwas und das Wenige das er feilgibt kostet! Nicht zu gebrauchen!

Die Pommes, die es an der Imbissbude, ungefähr in der Mitte des Platzes, gibt sind dagegen 5 Sterne!

Die beiden Ladies hinter der Theke haben Haare auf den Zähnen, aber wohl das Herz an der richtigen Stelle. Da wird dann mal um 14 Uhr mit einem „Stößchen“ auf das Erreichte angestoßen um dann wieder die hungrige Horde zu befriedigen!

Fazit:

Auch wenn die Lage an der Binnenmüritz vor den Toren der Stadt in der Tat sehr gut ist würde ich diesen Platz niemandem empfehlen. Ich schrieb mal bei einer Reiseplanung „Kamerun oder Ecktannen“ – Die Frage hat sich dann auf jeden Fall erledigt. Falls wir noch einmal in die Gegend fahren, dann wird Ecktannen der Platz sein.
Die 5 Sterne-Bewertungen kann ich in keiner Weise nachvollziehen!

Lage:
Austattung:
Sanitär:
Verwaltung, etc.:

Fazit:

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